Der Pariser Leitindex wurde insbesondere durch Stellantis (-4,3% nach der Ankündigung des schrittweisen Produktionsstopps von Plug-in-Hybridfahrzeugen in Nordamerika) und Capgemini (-4,2% nach einer Herabstufung durch Morgan Stanley) belastet. Im SBF120 sticht Eutelsat mit einem Anstieg von 14,8% hervor, nachdem Airbus Defence & Space mit dem Bau von 340 neuen OneWeb-Satelliten im niedrigen Erdorbit beauftragt wurde.

Andernorts in Europa schlossen die Börsen im Plus. Frankfurt legte um 0,54% zu, getragen von Fresenius (+3%) und Beiersdorf (+2,7%). London bewegte sich etwas verhaltener, gewann aber dennoch 0,17%, unterstützt von Fresnillo (+6,2%) und Glencore (+3,1%).

Kräfteprobe Trump/Powell

Das Tagesgeschehen wird von den sich zuspitzenden Spannungen zwischen Donald Trump und dem Fed-Präsidenten Jerome Powell bestimmt. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden ist nicht neu: Der Bewohner des Weißen Hauses wirft dem Chef der Zentralbank regelmäßig vor, die Leitzinsen nicht schnell genug zu senken.

Diesmal wurde eine neue Eskalationsstufe erreicht, denn Jerome Powell teilte mit, dass das Justizministerium der Zentralbank Vorladungen zugestellt habe, was auf die Möglichkeit strafrechtlicher Ermittlungen hindeutet. Der Grund? Eine undurchsichtige Geschichte um Renovierungsarbeiten an den Gebäuden der Federal Reserve. "Ein Vorwand", winkte Powell ab.

"Jerome Powells Mandat als Fed-Gouverneur läuft bis 2028, aber es wurde erwartet, dass er dieses Amt ebenfalls mit dem Ende seiner Präsidentschaft im kommenden Mai niederlegt. Dennoch stellt sich die Frage, ob er als Gouverneur bleibt, um die Unabhängigkeit der Fed trotz juristischer Risiken zu unterstützen", bemerkt Jon Butcher, Senior US Economist bei Aberdeen.

"Ob diese Klage begründet ist oder nicht, sie zeigt, dass die Regierung bereit ist, weiterhin Druck auf die Fed auszuüben, um eine lockerere Geldpolitik zu erreichen", fügt er hinzu.

US-Inflation morgen im Fokus

Die Marktteilnehmer warten zudem gespannt auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, der in Kürze über die Rechtmäßigkeit der von der Trump-Regierung vor knapp einem Jahr gegen den Rest der Welt verhängten Zölle urteilen muss. Eine Entscheidung wird innerhalb von zwei Wochen ab dem 14. Januar erwartet, erinnert Christopher Dembik, Investmentstratege bei Pictet AM. Seiner Einschätzung nach ist das Ergebnis weitgehend erwartet und bereits eingepreist. Der Markt schätzt die Wahrscheinlichkeit einer für die Trump-Regierung ungünstigen Entscheidung auf 70%.

"Trotz vergangener Zollspannungen geht die US-Wirtschaft mit einer stärkeren als erwarteten Wachstumsdynamik ins Jahr 2026, getragen von Steuersenkungen und Produktivitätsgewinnen", betont Goldman Sachs.

Die Analysten prognostizieren für 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,5% und übertreffen damit den Marktkonsens dank Steuererleichterungen und starker Konsumnachfrage.

In diesem Zusammenhang werden die Märkte morgen die Inflationsrate in den Vereinigten Staaten für den Monat Dezember zur Kenntnis nehmen, eine von der Fed genau beobachtete Statistik, die deren Geldpolitik beeinflussen könnte. "Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass dies großes Interesse weckt", relativiert Pictet AM, das wie der Markt mit zwei Zinssenkungen um jeweils 50 Basispunkte im ersten Halbjahr rechnet.

Am Anleihemarkt liegt die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe bei 2,80%, während die französische OAT gleicher Laufzeit bei 3,50% notiert. Erwähnenswert ist, dass das "schwarze Gold" in London um knapp 1% auf rund 63,6 USD steigt, getrieben insbesondere durch geopolitische Spannungen in Venezuela und im Iran.

Schließlich gewinnt der Euro gegenüber dem US-Dollar 0,4% und notiert bei etwa 1,167 USD.