Quantum Motion gab am Donnerstag bekannt, dass das Unternehmen 160 Millionen Dollar aufgebracht hat, um die Entwicklung eines Quantencomputers zu finanzieren, der kleiner, kostengünstiger und energieeffizienter als Konkurrenzmodelle sein soll. Dabei setzt das Unternehmen auf standardmäßige Silizium-Chipfertigungsverfahren. 

Quantencomputer versprechen die Lösung von Problemen, an denen herkömmliche Rechenmaschinen scheitern. Das Herzstück dieser Leistungsfähigkeit ist das sogenannte Qubit.

Im Gegensatz zu Transistoren in einem gewöhnlichen Computer, die zu einem bestimmten Zeitpunkt nur eine Null oder eine Eins darstellen können, kann ein Qubit beide Zustände gleichzeitig einnehmen. Es gibt verschiedene Ansätze zur Herstellung von Qubits, wie etwa die von IBM oder Alphabets Google verwendeten Supraleiter oder das Beschießen neutraler Atome mit Lasern.

Die Herausforderung bei all diesen Methoden besteht in der Skalierung auf die Tausenden oder Millionen von Qubits, die für einen funktionsfähigen Quantencomputer erforderlich sind. Das in London ansässige Unternehmen Quantum Motion verfolgt einen anderen Ansatz: Man nehme etwas, das sich problemlos in Millionenstückzahlen herstellen lässt - wie die Transistoren in Chips für Telefone und Laptops - und finde heraus, wie man daraus Qubits fertigen kann.

'Wir haben das Unternehmen gewissermaßen von hinten aufgezäumt', sagte James Palles-Dimmock, CEO von Quantum Motion. 'Welches sind die minimalen Anpassungen, die wir an Transistoren vornehmen können, um sie in hochwertige Qubits zu verwandeln?' 

In einem klassischen Computerchip ist ein Transistor entweder ein- oder ausgeschaltet, und Elektronen fließen über eine Lücke, wenn der Transistor eingeschaltet ist. Quantum Motion hält ein einzelnes Elektron in dieser Lücke in der Schwebe und manipuliert es mit einem Magnetfeld.

Dieses sogenannte 'Elektronenspin'-Konzept ist nicht völlig neu - mehrere andere Start-ups sowie Intel nutzen es ebenfalls. Quantum Motion ist jedoch davon überzeugt, einen Weg gefunden zu haben, dies in der Praxis mit Chips des Fertigungspartners GlobalFoundries umzusetzen. Palles-Dimmock erklärte, dies könnte es Quantum Motion ermöglichen, nützliche Quantencomputer für lediglich 10 bis 20 Millionen Dollar herzustellen.

'Wir haben einen sehr klaren Weg vor uns, um den leistungsstärksten Computer der Welt zu angemessenen Kosten zu liefern', so Palles-Dimmock.

Die Finanzierungsrunde wurde gemeinsam von DCVC und Kembara angeführt, unter Beteiligung der British Business Bank und Firgun. Ebenfalls an der Runde beteiligten sich die bestehenden Investoren Oxford Science Enterprises, Inkef, Bosch Ventures, Porsche Automobil Holding und Parkwalk Advisors.