Die lange Zeit unbeachtete Aktie ist zurück im Rampenlicht. Nach achtzehn Monaten der Zurückhaltung hat sich die Marktbewertung von Pure Storage seit August regelrecht überschlagen. Die gestern veröffentlichten Quartalszahlen sorgten für einen weiteren Kurssprung von 7 %.

Ob das gerechtfertigt ist? Eine eindeutige Antwort fällt schwer. Allerdings bietet Pure Storage durchaus eine überzeugende Investmentstory: fest verankert im Ökosystem der Rechenzentren, mit differenzierter Technologie und einer schlüsselfertigen Lösung, die auf Dauerbetrieb ausgelegt ist – unterstützt durch eine anhaltend hohe Nachfrage.

Das laufende Geschäftsjahr liefert erneut den Beleg: Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten des Jahres um 14 %. Eine Erholung scheint sich anzubahnen nach einer Phase der Stagnation. In den zehn Jahren zuvor hatte das Unternehmen seinen Umsatz versiebenfacht, doch das spektakuläre Wachstum kam mit dem Ende der Pandemie abrupt zum Erliegen.

Gleichzeitig entstand neue Konkurrenz – ebenfalls entschlossen, vom KI-Boom zu profitieren – zusätzlich zu den etablierten Großkonzernen wie Dell, HPE oder IBM. Pure Storage agiert zudem in einem Preisumfeld, das es selbst als „dynamisch“ beschreibt – mit zyklischer Nachfrage und einer starken Abhängigkeit von Zulieferern wie Micron, Samsung oder SK Hynix.

Doch der eigentliche Knackpunkt bei Pure liegt – wie schon in unserem letzten Ergebnisbericht betont – in der Kostenstruktur, insbesondere bei der Vergütung in Form von Aktienoptionen. Die zentrale Frage dabei: Wird das Unternehmen im Sinne seiner Aktionäre oder doch eher im Interesse seines Managements geführt?

Denn auch in diesem Jahr wird der gesamte operative Gewinn von geradezu exzessiven Aktienvergütungen aufgezehrt: 348 Millionen US-Dollar in neun Monaten – das entspricht 13 % des Umsatzes.

Zur Kompensation der Verwässerung setzt Pure Storage massiv auf Aktienrückkäufe. Doch diese dienen eher der Symptombehandlung als einer echten Aktionärsvergütung: Auf verwässerter Basis hat sich die Zahl der ausstehenden Aktien seit drei Jahren nicht verändert.

Die Lage sähe grundlegend anders aus, wenn dieser Abfluss gestoppt würde. Theoretisch könnte Pure Storage dann jährlich rund 550 Millionen US-Dollar an Free Cashflow generieren. Doch gemessen an der aktuellen Börsenbewertung entspricht das immer noch einem Vielfachen von 54 auf den operativen Cash-Gewinn. Mit anderen Worten: Auf diesem Bewertungsniveau ist kein Spielraum für Fehler vorhanden.

In vielerlei Hinsicht ähnelt die Situation von Pure Storage damit derjenigen des Datenbank-Spezialisten MongoDB, der gestern ebenfalls an dieser Stelle Thema war.