Die Gewerkschaft IG Metall organisierte den Protest gegen den bis Mitte 2027 geplanten Stellenabbau in Deutschland, der auch die faktische Schließung des IAV-Standorts Berlin vorsieht, wovon rund 1.250 Mitarbeiter betroffen wären.
Volkswagen hält eine Beteiligung von 50% an dem privaten Unternehmen, das nach Angaben der Gewerkschaft rund 5.500 Mitarbeiter an fünf Standorten in Deutschland beschäftigt. IAV entwickelt Software- und Engineering-Lösungen für die Automobilindustrie, unter anderem in den Bereichen Elektromobilität und automatisiertes Fahren.
IAV lehnte eine Stellungnahme ab. In der vergangenen Woche berichtete die Nachrichtenagentur DPA unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher, dass dieser Schritt Überkapazitäten abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit in einem schwierigen Marktumfeld stärken solle.
Dem Plan zufolge soll den in Berlin ansässigen Mitarbeitern die Möglichkeit geboten werden, an den Standort des Unternehmens in Gifhorn, Niedersachsen, zu wechseln. Frei werdende Stellen würden anschließend zur Kostensenkung ins Ausland verlagert, so die Gewerkschaft.
'Wir lassen uns nicht vertreiben. Wir kämpfen für Berlin', sagte die Betriebsratsvorsitzende Tanja Schneider gegenüber Reuters, während die Arbeiter bei der Kundgebung Fahnen und Trillerpfeifen verteilten. 'Wir wollen verhandeln und wir fordern eine vernünftige, nachhaltige und tragfähige Vision für IAV.'
Die deutsche Automobilindustrie kämpft mit hohen Kosten und einer schwachen Nachfrage. Dies beeinträchtigt die Fähigkeit der Hersteller, auf hohe Zölle, den wachsenden Wettbewerb aus China und den kostspieligen Übergang zur Elektromobilität zu reagieren.
In einer vorangegangenen Erklärung signalisierte Volkswagen Unterstützung für die Pläne von IAV, betonte jedoch, dass diese im Einvernehmen mit den Arbeitnehmervertretern umgesetzt werden müssten.
Der deutsche Automobilkonzern steht selbst unter Druck, den Gürtel enger zu schnallen, nachdem sich das operative Ergebnis im vergangenen Jahr mehr als halbiert hat. (Berichterstattung durch Rachel More Redaktion durch Bernadette Baum)



















