Der niederländische Technologiekonzern Prosus meldete am Montag einen Anstieg des bereinigten Kerngewinns um 99 % im ersten Halbjahr, angetrieben durch starke Ergebnisse in seinem Portfolio digitaler Dienste und E-Commerce-Plattformen.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg von 213 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 423 Millionen US-Dollar. Der Umsatz legte um 22 % auf 3,6 Milliarden US-Dollar zu, insbesondere durch robuste Resultate der Plattformen iFood und OLX.
Prosus bestätigte zudem seine Prognose für das Gesamtjahr.
Das Unternehmen, mehrheitlich im Besitz des südafrikanischen Konzerns Naspers und größter Anteilseigner des chinesischen Technologieriesen Tencent, befindet sich inmitten einer umfassenden Transformation: vom passiven Investor hin zum aktiven Betreiber seiner E-Commerce-Aktivitäten.
In Europa integriert Prosus derzeit die Übernahme von Just Eat Takeaway im Wert von 4,1 Milliarden Euro (4,7 Milliarden US-Dollar). Im September wurde zudem der Kauf der französischen Kleinanzeigenplattform La Centrale für 1,3 Milliarden US-Dollar bekanntgegeben. Im November berichtete Reuters, Prosus habe auch ein frühes Interesse am deutschen Automarkt Mobile.de signalisiert.
In Indien investierte Prosus 350 Millionen US-Dollar in das Fahrdienst-Start-up Rapido und 146 Millionen US-Dollar in eine Beteiligung am Online-Reisebüro Ixigo. Die lateinamerikanische iFood-Tochter erwarb einen Anteil am Fintech-Unternehmen CRMBonus und befand sich laut Berichten in fortgeschrittenen Gesprächen über den Kauf des Benefit-Unternehmens Alelo für 905 Millionen US-Dollar.
,,Wir bleiben diszipliniert in der Steuerung unseres Portfolios, indem wir uns von nicht-strategischen Unternehmen trennen und das freigesetzte Kapital in unsere Ökosystem-Strategie investieren", erklärte Prosus in einer Mitteilung.
Veräußerungen brachten im ersten Halbjahr Einnahmen von 1,2 Milliarden US-Dollar; bis zum Ende des Geschäftsjahres rechnet das Unternehmen mit einem Anstieg auf 2 Milliarden US-Dollar.
Prosus verfügte zum Stichtag über Barreserven in Höhe von 18,3 Milliarden US-Dollar sowie über eine ungenutzte Kreditlinie von weiteren 2,5 Milliarden US-Dollar.
Das Unternehmen sei weiterhin bestrebt, prominente Übernahmen in Europa, Lateinamerika und Indien zu verfolgen, sagte Finanzvorstand Nico Marais gegenüber Reuters. Im ersten Halbjahr investierte Prosus zudem mehr als 100 Millionen US-Dollar in die Entwicklung agentenbasierter KI-Modelle, die speziell für die eigenen Plattformen zugeschnitten sind.
Mehrheitseigner Naspers erzielte im ersten Halbjahr einen Umsatzanstieg um 20 % auf 4,1 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte EBITDA wuchs um 96 % auf 433 Millionen US-Dollar.
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