Privatanleger kaufen Silber derzeit in einem solchen Tempo, dass es sich laut einem am Donnerstag von Vanda Research veröffentlichten Bericht zum meistgehandelten Rohstoff auf dem Markt entwickelt hat.
Vanda berechnete, dass allein in den letzten 30 Tagen Privatanleger Silber-unterlegte Exchange-Traded Funds (ETFs) wie den iShares Silver Trust im Wert von 921,8 Millionen US-Dollar gekauft haben. Der iShares ETF verzeichnete am Mittwoch Einzelhandelszuflüsse in Höhe von 69,2 Millionen US-Dollar, was den größten Tag für Käufe durch Privatanleger darstellte – nur übertroffen von 2021, als Privatanleger zuletzt die Preise in die Höhe trieben.
Der ETF liegt seit Jahresbeginn um 31,3 % im Plus und ist in den letzten 12 Monaten um 210,9 % gestiegen. Silber hat eine Reihe neuer Höchststände erreicht. Am Donnerstag wurde der Silberpreis laut Daten von LSEG am späten Nachmittag mit 91,90 US-Dollar je Unze gehandelt, nach 72,62 US-Dollar am ersten Handelstag des Jahres, jedoch unter dem Rekord von mehr als 93 US-Dollar, der am Mittwoch und Donnerstag im Tagesverlauf erreicht wurde.

Unterdessen ist der MSCI ACWI Select Silver Miners Investable Index, der die Aktienkurse von Bergbauunternehmen mit besonderer Abhängigkeit vom Silberpreis abbildet, in den letzten 12 Monaten um rund 225 % gestiegen.
Der Bullenmarkt von 2021 bei Silber war Teil eines breiteren spekulativen Booms bei sogenannten Meme-Aktien wie GameStop und AMC Entertainment. Doch diesmal, so Vanda, gebe es konkretere Gründe für die Rally.

„Das ist nicht nur ein Meme-Aktien-Hype; wir erleben eine strukturelle Akkumulation, die jetzt die Höhen des ‚Silver Spike' von 2021 übertroffen hat“, stellte Vanda fest. Das bedeute, dass Silber nun „als zentrales makroökonomisches Handelsinstrument“ und nicht mehr nur als spekulative Wette betrachtet werden sollte, hieß es weiter. Darauf verweist auch die Tatsache, dass Privatanleger große Akteure im ProShares UltraShort Silver ETF sind, einem inversen, gehebelten Fonds, der jeden täglichen Rückgang des Silberpreises doppelt widerspiegelt.

Andere bleiben vorsichtiger.

„Wir haben 45 Jahre darauf gewartet, dass Silber über 50 US-Dollar je Unze steigt, und nun haben wir gesehen, wie es in weniger als drei Monaten über 80 US-Dollar hinausgeschossen ist“, sagte Kathy Kriskey, Leiterin der ETF-Strategie für alternative Anlagen bei Invesco.
(Suzanne McGee in Providence RI; Bearbeitung: David Gregorio)