LONDON/MOSKAU, 16. Januar ((Reuters)) – Die Angebotspreise für das kaspische CPC-Blend-Rohöl sind in dieser Woche laut Handelsquellen deutlich gesunken, da die Exporte dieser Sorte weiterhin durch Drohnenangriffe im Schwarzen Meer sowie witterungsbedingte Verzögerungen beeinträchtigt werden. 

ExxonMobil, Anteilseigner am Caspian Pipeline Consortium, bot am Donnerstag im sogenannten Platts-Window – einem Dienst von S&P Global Commodity Insights – eine Ladung von 120.000 metrischen Tonnen CPC-Blend mit einem Abschlag von 1,35 US-Dollar pro Barrel gegenüber dem Benchmark Dated Brent an, wie aus Handelskreisen verlautete.

Es fanden sich jedoch keine Käufer, und das Angebot wurde zurückgezogen.

Bereits einen Tag zuvor hatte der US-Ölkonzern dieselbe Ladung mit einem Abschlag von 40 Cent angeboten, was ein physischer Ölhändler damals als günstiges Angebot im Vergleich zu den aktuellen Marktpreisen bezeichnete. 

Zu Beginn dieser Woche hatte Kasachstan die USA und Europa aufgerufen, beim Schutz der Ölexporte zu unterstützen, nachdem mindestens zwei Öltanker – einer davon gechartert von Chevron – am Dienstag im Schwarzen Meer von unbekannten Drohnen getroffen worden waren. CPC-Blend dient vielen europäischen Raffinerien als Rohstoff. 

"Wir beobachten die Lage natürlich. Zusätzliche Kosten könnten anfallen, doch dies sollte sich auch im Preis der Sorte widerspiegeln", sagte eine weitere Handelsquelle und fügte hinzu, dass es bislang keinen Unternehmensbefehl gebe, die Käufe auszusetzen. 

CPC macht etwa 1,5% des weltweiten Ölangebots aus und steht für 80% der kasachischen Ölexporte. Zu den Stammkunden zählen einige asiatische Raffinerien sowie europäische Unternehmen. 

Die Verladungen von CPC-Blend erfolgen derzeit nur über einen von drei Single-Point-Moorings (SPM-1), nachdem SPM-2 im November durch einen ukrainischen Drohnenangriff außer Betrieb gesetzt wurde und Wartungsarbeiten an SPM-3 seit Dezember wetterbedingt verzögert sind.

CPC äußert sich für gewöhnlich nicht zu den täglichen Terminalbetrieben und lehnte es auch ab, zu den jüngsten Drohnenangriffen Stellung zu nehmen.