Poste Italiane erwägt verschiedene Optionen, um eine bedeutende Beteiligung an Telecom Italia (TIM) zu sichern. Dazu zählt auch ein möglicher Verkauf der Breitbandsparte an den ehemaligen Telefonmonopolisten im Austausch gegen Aktien, wie drei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters mitteilten.

Das staatlich unterstützte Unternehmen Poste, das Post-, Paket-, Zahlungs-, Energie- und Breitbanddienste betreibt, wurde in diesem Jahr nach dem Kauf von Aktien von der staatlichen Förderbank CDP und dem französischen Konzern Vivendi mit einem Anteil von 24,8 % größter Aktionär von TIM. Dieser Anteil liegt knapp unter der 25 %-Schwelle, ab der ein Übernahmeangebot ausgelöst werden müsste.

Poste plant laut einer der Quellen keine Übernahme, möchte jedoch nahe an der neuen 30 %-Schwelle bleiben, die die Regierung im Rahmen einer Finanzreform einführen will.

Zu den geprüften Optionen gehört der Verkauf der Tochtergesellschaft PosteMobile an TIM. Im Rahmen eines solchen Geschäfts könnte Poste im Gegenzug Stammaktien von TIM erhalten, erklärten die drei Personen, die anonym bleiben wollten, da die Informationen nicht öffentlich sind.

Zusätzliche Aktien könnten helfen, die Auswirkungen einer möglichen Umwandlung der TIM-Sparaktien in Stammaktien auszugleichen, wodurch der aktuelle Anteil von Poste auf etwa 17 % sinken würde, so die Quellen weiter.

Es sei bislang keine Entscheidung über einen möglichen Deal oder dessen Zeitpunkt getroffen worden, fügten die Insider hinzu. Sowohl Poste als auch TIM lehnten eine Stellungnahme ab.

PosteMobile, das ab dem kommenden Jahr das Mobilfunknetz von TIM nutzen wird, bedient rund fünf Millionen Kunden und könnte laut Analysten von Intermonte etwa 900 Millionen Euro (1,1 Milliarden US-Dollar) wert sein.

Eine weitere Option, die geprüft wird, ist der Kauf des verbleibenden 2,5 %-Anteils von Vivendi, der bei aktuellen Kursen rund 200 Millionen Euro wert ist, wie Daten von LSEG zeigen. Vivendi lehnte eine Stellungnahme ab.

(1 US-Dollar = 0,8568 Euro)