Der Wettbewerbsvorteil des Konzerns – sein weit verzweigtes Vertriebsnetz, die damit verbundenen Skaleneffekte und ein Geschäftsmodell mit überwiegend wartungsbasierten und damit weitgehend nichtzyklischen Einnahmen – wurde von Investoren lange Zeit besonders geschätzt.

Während der Pandemie trieben Anleger die Bewertung von Pool zeitweise auf mehr als das 35-Fache des EBITDA. Seit dem Anstieg der Zinsen, der Abschwächung des Immobilienmarkts und einer allgemeineren Rückkehr zu rationaleren Bewertungen hat sich dieses Multiple jedoch gedrittelt.

Tatsächlich verzeichnete Pool in den vergangenen drei Geschäftsjahren jeweils rückläufige Umsätze, auch wenn sich der Abwärtstrend inzwischen deutlich abschwächt. Zudem bleibt der Vergleich mit den Jahren 2020, 2021 und 2022 durch die pandemiebedingten Verzerrungen erschwert.

Unter der Führung von Manuel Perez de la Mesa wurde das Unternehmen nach dem bemerkenswert erfolgreichen Modell von Watsco aufgebaut – jenem hochprofitablen Distributor von Klimaanlagen, bei dem Perez de la Mesa zuvor tätig war. Dennoch verfügt Pool weiterhin über erhebliche Stärken.

So hat der Konzern seinen Umsatz in den vergangenen zehn Jahren von 2,6 Mrd. US-Dollar auf 5,3 Mrd. US-Dollar verdoppelt und den Gewinn je Aktie von 3,5 US-Dollar auf 10,9 US-Dollar verdreifacht. Gleichzeitig setzte das Unternehmen über den gesamten Zyklus hinweg konsequent auf Akquisitionen – selbst während der Pandemie.

Analysten rechnen damit, dass der Gewinn je Aktie bis 2028 um weitere 20 % steigen könnte – getragen von einer Erholung der Umsätze und einer Ausweitung der Margen. Dieses Szenario erscheint allerdings ambitioniert, da sich die Margen bereits nahe ihrer historischen Höchststände bewegen.

Deutlich zurückhaltender zeigt sich der Analystenkonsens hingegen bei den Möglichkeiten des Konzerns für Aktienrückkäufe. Pool hat seine Dividendenausschüttungen so stark erhöht, dass das Unternehmen nun zwischen zwei Optionen eingeklemmt ist: entweder die Dividende zu kürzen, um Rückkäufe zu finanzieren, oder sich dafür in problematischem Ausmaß zu verschulden.