Polens größter Modeeinzelhändler LPP hat am Donnerstag Ergebnisse für das vierte Quartal vorgelegt, die über den Analystenschätzungen lagen. Höhere Margen, Umsatzwachstum sowie sinkende Filial- und Logistikkosten stützten die Profitabilität.

LPP warnte jedoch davor, dass die Spannungen im Nahen Osten, die die Kraftstoffpreise in die Höhe treiben, die diesjährige Performance durch steigende Transport- und Vertriebskosten beeinträchtigen könnten.

In einem pessimistischen Szenario könnten zusätzliche Seefrachtzuschläge 30 Millionen Zloty (8 Millionen Dollar) erreichen, während die Vertriebskosten um bis zu 10% steigen könnten, hieß es seitens des Unternehmens.

Das Unternehmen führte die verbesserte Performance auf einen starken Zloty und vorteilhafte Margen während des Winterausverkaufs zurück. Dies glich den wachsenden Umsatzanteil der Budget-Kette Sinsay aus, da LPP sein Discount-Einzelhandelsmodell weiter expandiert.

Gegen 09:30 Uhr GMT notierte die Aktie des Unternehmens mit einem Plus von 6,4% an der Spitze des polnischen Blue-Chip-Index WIG20, der insgesamt um 0,6% nachgab.

Analysten von Jefferies und Erste erklärten, dass höher als erwartet ausgefallene Bruttomargen den Gewinnanstieg vorangetrieben hätten. Die Bruttomarge stieg im Quartal um 2,3 Prozentpunkte auf 56,2%.

LPP plant, bis 2026 insgesamt 2,6 Milliarden Zloty zu investieren und rund 1.000 neue Filialen zu eröffnen, vorwiegend für die Marke Sinsay. Der Anteil dieser Marke am Konzernumsatz könnte bis 2027 rund 65% erreichen.

Der Gewinnanstieg wurde zudem durch einen Rückgang der Betriebskosten pro Quadratmeter um 10,1% unterstützt, was auf niedrigere Mieten bei neuen Sinsay-Standorten, Kostenkontrolle in der Zentrale und Logistikautomatisierung zurückzuführen ist.

Die Flotte autonomer Lagerroboter wurde im vergangenen Jahr versechsfacht, da die Gruppe mehr als 1,3 Milliarden Zloty in die Logistik investierte.

LPP setzt mittlerweile KI-Algorithmen in allen Betriebsbereichen ein, einschließlich Design, Kundenservice, Logistik und dem Ausbau des Vertriebsnetzes, so CEO Marek Piechocki.

Der Einzelhändler hob zudem seinen Ausblick für 2026 an und steigerte die erwartete Bruttogewinnmarge auf 55,0% bis 55,5%. Gleichzeitig wurden die Erwartungen für die operative Marge (EBITDA) auf 23-24% und für die Nettomarge auf 9-10% nach oben korrigiert.

(1 Dollar = 3,7039 Zloty)