Brüssel, 20. Mai (Reuters) - Polen plant die Einführung einer Sondersteuer auf die Gewinne von Öl-Unternehmen, die seit Beginn des Iran-Kriegs teils kräftig gestiegen sind. Die Einnahmen aus der Sondersteuer sollten die Kosten decken, die dem Staat durch die Senkung der Kraftstoffsteuern zur Entlastung der Bürger entstünden, sagte Energie-Staatssekretär Wojciech Wrochna am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Gas-Unternehmen könnten von den Plänen betroffen sein. Die Regierung hat im Zuge des von den USA und Israel begonnenen Iran-Kriegs, der zu einem drastischen Anstieg der Ölpreise am Weltmarkt geführt hat, Mehrwert- und Umsatzsteuern gesenkt, um die Energiekosten der Verbraucher zu dämpfen. Dadurch fehlen Wrochna zufolge dem Staat pro Monat umgerechnet rund 350 Millionen Euro an Steuereinnahmen. Die jetzt geplante Sonderabgabe solle als Ausgleich für die gesunkenen Haushaltseinnahmen dienen.
Länder wie Deutschland und Spanien haben die Europäische Kommission dazu gedrängt, eine EU-weite Sondersteuer auf sogenannte Übergewinne der Konzerne einzuführen. Bislang hat die Kommission das aber abgelehnt, unter anderem wegen der Sorge, die Firmen könnten dagegen rechtlich vorgehen. Polen ist laut Wrochna noch dabei, eine Definition für "außerordentliche Gewinne" zu erstellen. Möglicherweise würden dabei die diesjährigen Zahlen der Konzerne mit denen der Vorjahre verglichen. Die Unternehmen seien "nicht besonders glücklich" über die Pläne, aber der Krieg habe eine dringliche Lage geschaffen. Die Situation habe zudem zu ungerechtfertigten Gewinnen bei den Firmen geführt. "Wenn man es also aus dieser Perspektive betrachtet, halte ich die Maßnahme für gerechtfertigt", sagte Wrochna.
(Bericht von Kate Abnett, geschrieben von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)
TotalEnergies SE ist einer der weltweit führenden Ölkonzerne. Der Nettoumsatz verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Geschäftsbereiche: - Raffinerie und Chemie (43,3 %): Raffinierung von Erdölprodukten (Betrieb von 14 Raffinerien weltweit zum Ende des Jahres 2025) sowie Herstellung von Grundchemikalien (Olefine, Aromaten, Polyethylen, Düngemittel usw.) und Spezialchemikalien (Kautschuk, Harze, Klebstoffe usw.). Der Konzern ist zudem im Handel und Seetransport von Rohöl und Erdölprodukten tätig; - Vertrieb von Erdölprodukten (39,1 %): Ende 2025 wurden weltweit 12.775 Tankstellen betrieben; - Stromerzeugung (9,7 %): aus Gas-Kombikraftwerken und erneuerbaren Energien; - Gasförderung, -handel, -transport und -verteilung (5 %): vor allem Flüssigerdgas (43,9 Millionen Tonnen verkauft im Jahr 2025), Erdgas, Biogas, Wasserstoff, Flüssiggas usw.; - Förderung und Produktion von Kohlenwasserstoffen (2,8 %): 2,5 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag im Jahr 2025; - Sonstiges (0,1 %). Der Nettoumsatz verteilt sich geografisch wie folgt: Frankreich (22,8 %), Europa (45 %), Afrika (10 %), Nordamerika (7,2 %) und Sonstige (15 %).
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Qualität der Veröffentlichungen
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ESG MSCI
ESG MSCI
Der MSCI-ESG-Score bewertet die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung eines Unternehmens nach der Methodik von MSCI. Er ordnet das Unternehmen im Vergleich zu seinen Branchenkollegen auf einer Skala von CCC (sehr schwach) bis AAA (ausgezeichnet) ein. Dieser Score wird von Anlegern genutzt, um nicht-finanzielle Kriterien in ihre Entscheidungen einzubeziehen.