Philip Morris International ist seit der Abspaltung von Altria im Jahr 2008 nicht mehr auf dem US-Markt aktiv. Angesichts des unumkehrbaren Rückgangs des traditionellen Zigarettenkonsums erwarb der Konzern vor zwei Jahren Swedish Match – den Spezialisten für sogenannte „Nicotine Pouches“, kleine tabakfreie Nikotinbeutel. Sie werden nicht inhaliert, gelten als Ersatzprodukt und kannibalisieren einen Teil des klassischen Zigarettengeschäfts. Doch konkret fließt das Geld nicht in dieselben Kassen, wenn ein Verbraucher in Miami gleichzeitig Marlboro (Philip Morris) und Zyn (Swedish Match) kauft.
Die Strategie ist eindeutig: Philip Morris setzt auf „Risikoreduktion“ durch rauchfreie Produkte. In diesem Segment dominiert Iqos – ein Gerät, das Tabak erhitzt, aber nicht verbrennt. Der Bereich wächst weiter und macht inzwischen 41 % des Konzernumsatzes aus. Bis 2026 will man die Marke von 50 % erreichen.

Quelle: Iqos
Die Wachstumsrate liegt aktuell bei 15,2 %. Zwar hat sich das Tempo etwas abgeschwächt, doch die hohen Margen sind weiterhin ein Treiber: 23,3 % gegenüber nur 5 % bei herkömmlichen Zigaretten.
Gleichzeitig schrumpft das Volumen im klassischen Zigarettengeschäft um 1,5 % im Quartal. Preissteigerungen gleichen diesen Rückgang jedoch aus, sodass die Umsätze in diesem Bereich leicht um 2,1 % zulegten.
Ein solides Quartal – aber nicht überzeugend genug
Zwar übertraf der Gewinn je Aktie die Erwartungen, und der Ausblick für das Gesamtjahr wurde leicht angehoben (von 7,49 auf 7,56 US-Dollar pro Aktie), doch die Börse reagierte dennoch enttäuscht. Der Umsatz blieb leicht hinter dem Konsens zurück, und das operative Ergebnis lag mit 4,1 Milliarden Dollar rund 400 Millionen unter der Prognose von Visible Alpha.
Das Problem: Die Aktie war im Vorfeld von großen Erwartungen getragen – vor allem wegen der Wachstumsperspektiven im rauchfreien Bereich. Noch vergangene Woche betonte UBS, Philip Morris habe „die beste Ausgangslage im Sektor, um langfristige Trends zu bewältigen“. Doch die Bank hatte den Umfang der Prognoseanhebung überschätzt.

Ein weiterer Dämpfer: Die Verkaufszahlen von Zyn in den USA lagen 6,4 % unter den Erwartungen, obwohl der Markt mit einem Wachstum von rund 40 % gerechnet hatte. Auch die Dynamik im rauchfreien Segment ließ nach: +14,5 % gegenüber +20,4 % im ersten Quartal.
Und das, obwohl die FDA im Januar grünes Licht für die Vermarktung von Zyn in den USA gegeben hatte – ein strategisch wichtiger Markt. Diese Zulassung war mit ein Grund für den optimistischeren Jahresausblick des Unternehmens. Doch selbst kleinste Enttäuschungen reichen aus, um Anleger nervös zu machen.
Mehrere Analysten – darunter Citi und UBS – verweisen auf das hohe Bewertungsniveau. Wenn nicht alle Kennzahlen mitspielen, kommt die Strafe postwendend. „Die Erwartungen waren sehr hoch, aber einige Daten haben enttäuscht“, so der Tenor. „Nach mehreren Quartalen mit starker Performance wiegen die schwächeren Volumina jetzt umso schwerer.“


















