BERLIN (awp international) - Die deutsche Pharmaindustrie warnt vor den Folgen eines andauernden Iran-Kriegs für die Arzneiversorgung. Wegen der drohenden Knappheit von Helium und anderen chemischen Ausgangsstoffen gerieten zentrale Analyse- und Produktionsprozesse unter Druck, die quer durch die Herstellung von Tabletten, Infusionen und modernen Biologika benötigt würden, teilte der Verband Pharma Deutschland mit. "Helium ist ein kritischer Querschnittsrohstoff - Deutschland ist nahezu vollständig auf Importe angewiesen, die zu einem grossen Teil durch die Strasse von Hormus laufen."
"Der Iran-Krieg ist noch nicht in den Regalen der Apotheken angekommen. In den Laboren und Werken der deutschen Arzneimittelhersteller steigt jedoch die Sorge, je länger die Blockade der Strasse von Hormus dauert", sagte Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.
Helium wird in der Pharmaindustrie vor allem für Qualitätskontrollen eingesetzt. Wenn das Gas knapp und teuer werde, gerieten diese ins Stocken. "Dann können die Unternehmen die Arzneimittel nicht mehr im gewohnten Umfang freigeben - selbst wenn Wirkstoffe und Packmittel vorhanden sind." Die Methoden liessen sich nicht von heute auf morgen auf andere Gase oder alternative Methoden umstellen, auch wegen behördlicher Genehmigungen, erklärte Brakmann.
Krieg wirkt sich auf Lieferketten aus
Nach Angaben der Branche sind erste Folgen des Iran-Kriegs auch entlang der Lieferketten sichtbar: steigende Transport- und Energiekosten, fehlende oder teurere Packmittel wie Glasflaschen und Verschlüsse sowie höhere Preise für petrochemische Grundstoffe und Ethanol. Eine längerfristige Störung der Strasse von Hormus würde die Versorgung zusätzlich destabilisieren.
"Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, drohen mittelfristig Engpässe insbesondere bei Arzneimitteln, deren Qualitätskontrolle von Helium abhängt", sagte Brakmann. Der Verband fordert, Helium als strategisch relevantes Gut für das Gesundheitswesen einzustufen und Umstellungsprozesse zu erleichtern./als/DP/nas
L'Air Liquide ist eines der weltweit führenden Unternehmen in der Produktion von Industrie- und Medizingasen. Der Nettoumsatz verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Geschäftsbereiche: - Produktion von Industrie- und Medizingasen (96,8 %): Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff, synthetische Gase. Der Konzern liefert außerdem Steuerungsgeräte und Dienstleistungen für Flüssigkeitssysteme, Gas- und Flüssigchemikalienmanagement, häusliche Pflege und Krankenhaushygiene sowie OP-Ausstattung. Der Nettoumsatz verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Märkte: Industrie (73,8 %), Gesundheitswesen (16,8 %) und Elektronik (9,4 %); - Sonstiges (3,2 %): Ingenieurleistungen im Zusammenhang mit dem Bau von Gasproduktionsanlagen und der Herstellung von Hightech-Produkten. Der Nettoumsatz verteilt sich geografisch wie folgt: Frankreich (12,1 %), Europa/Naher Osten/Afrika (29,3 %), Vereinigte Staaten (33,4 %), Amerika (5,7 %) und Asien/Pazifik (19,5 %).
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Qualität der Veröffentlichungen
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ESG MSCI
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Der MSCI-ESG-Score bewertet die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung eines Unternehmens nach der Methodik von MSCI. Er ordnet das Unternehmen im Vergleich zu seinen Branchenkollegen auf einer Skala von CCC (sehr schwach) bis AAA (ausgezeichnet) ein. Dieser Score wird von Anlegern genutzt, um nicht-finanzielle Kriterien in ihre Entscheidungen einzubeziehen.