Das britische Pfund verzeichnete am Montag einen leichten Rückgang, während die Märkte die potenziellen Auswirkungen der Kommunalwahlen abwägten, bei denen die Labour-Partei von Premierminister Keir Starmer in der vergangenen Woche schwere Verluste hinnehmen musste. 

Obwohl Starmer am Freitag versicherte, im Amt zu bleiben, nahmen die Spekulationen über mögliche Herausforderer um die Parteiführung am Wochenende nach der Wahl zu. Eine wachsende Zahl seiner eigenen Abgeordneten hat sich in den letzten Tagen gegen ihn gewandt.

In einer Rede am Montag versuchte Starmer, die aufkeimende Rebellion in seiner Partei zu dämpfen, indem er erklärte, er werde seine Kritiker eines Besseren belehren, und bekräftigte, dass er an der Macht bleiben werde. 

'Ich weiß, dass die Menschen über den Zustand Großbritanniens frustriert sind. Frustriert von der Politik, und einige auch von mir', sagte er in einer Rede in London. 'Ich weiß, dass es Zweifler gibt, und ich weiß, dass ich ihnen das Gegenteil beweisen muss. Und das werde ich tun', sagte er.

Das Pfund Sterling notierte zuletzt rund 0,2% niedriger bei 1,3602 Dollar, nachdem es am Freitag um rund 0,6% zugelegt hatte. Gegenüber dem Euro gab das Pfund geringfügig auf 86,51 Pence nach.

Der US-Dollar präsentierte sich derweil weitgehend stabil.

Die vergleichsweise ruhige Marktreaktion auf die Wahlergebnisse deutet darauf hin, dass die Niederlage von Labour von den Märkten bis zu einem gewissen Grad bereits eingepreist worden war, so Kenneth Broux, Leiter der Unternehmensforschung für Devisen und Zinsen bei Societe Generale.

'Die Frage ist nun: Was passiert als Nächstes? Gibt es jemanden, der Starmer ablösen wird? Wer wird diese Person sein? Steht er oder sie weiter links?'

Die britischen Märkte zeigen sich besorgt über mögliche Herausforderungen für Starmers Führung, da potenzielle Nachfolger dem linken Flügel angehören und somit die Staatsausgaben erhöhen könnten. 

Broux erkärte, dass das derzeitige Umfeld aufgrund der politischen Lage und saisonaler Faktoren 'nicht wirklich ideal' für das Pfund sei. Langwierige Fragen zur Führungsspitze könnten zudem Probleme für die Währung bedeuten, fügte er hinzu und merkte an, dass 'wir eine etwas stärkere Schwäche des Pfunds im relativen Vergleich zu anderen G10-Ländern sehen könnten'.