Tatsächlich hatte sich Petrobras verpflichtet, in den kommenden fünf Jahren zwischen 45 und 55 Milliarden US-Dollar an Dividenden auszuschütten. Zusätzlich bestand die Möglichkeit von Sonderdividenden in Höhe von bis zu 10 Milliarden US-Dollar, sofern die Rahmenbedingungen dies zuließen.
Bezogen auf eine damalige Marktkapitalisierung von 72 Milliarden US-Dollar und einen Unternehmenswert von 129 Milliarden US-Dollar war diese Diskrepanz bemerkenswert.
Zumal dieses Versprechen durchaus realistisch erschien: Während des vorherigen Zyklus – als sich Petrobras noch von dem größten Korruptionsskandal der brasilianischen Geschichte erholte – gelang es dem Konzern, im Durchschnitt mehr als 20 Milliarden US-Dollar freien Cashflow pro Jahr zu erwirtschaften.
Rückblickend lässt sich sagen, dass der Zeitpunkt unseres Artikels im Juni besonders glücklich gewählt war, denn der Kurs der Aktie schoss bereits am darauffolgenden Tag nahezu senkrecht nach oben.
Inzwischen erreicht Petrobras eine Marktkapitalisierung von rund 113 Milliarden US-Dollar und einen Unternehmenswert von 178 Milliarden US-Dollar. Im Verhältnis zu den angekündigten Ausschüttungen ist die Bewertung damit wieder in einen Bereich zurückgekehrt, der als angemessen gelten kann.
Vor Kurzem veröffentlichte der Konzern seine Jahreszahlen. Erwartungsgemäß ging der Nettogewinn zurück – was angesichts der aktuellen Nachrichtenlage leicht vergessen lässt, dass der Ölpreis im gesamten Jahr 2025 vergleichsweise niedrig geblieben war. Dennoch fallen die übrigen Signale ausgesprochen positiv aus.
So bleiben die durchschnittlichen Förderkosten auf den Offshore-Feldern des Unternehmens äußerst niedrig. Gleichzeitig stiegen die Produktionsvolumina deutlich von 2,7 auf 3 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag.
Auf der Ebene der Cashflows zeigt sich ebenfalls ein erwartbares Bild: Die Investitionen haben einen Höchststand erreicht. Insgesamt wurden 19 Milliarden US-Dollar in Sachanlagen investiert, nach 12 Milliarden im Jahr 2024 und 8 Milliarden im Jahr 2022.
Bemerkenswert ist jedoch, dass diese Investitionsdynamik den Konzern nicht daran hindert, weiterhin einen freien Cashflow von 18 Milliarden US-Dollar zu erwirtschaften. Damit ist die Dividende komfortabel gedeckt – und das wohlgemerkt nach einem Jahr, in dem der Ölpreis insgesamt auf einem niedrigen Niveau lag.


















