Nvidia-unterstütztes Perplexity AI, das Start-up, das mit seiner KI-gestützten Suchmaschine Google herausfordert, befindet sich laut CEO Aravind Srinivas gegenüber Reuters am Freitag in Gesprächen mit Herstellern von Mobilgeräten, um seinen neuen Comet-Browser auf Smartphones vorzuinstallieren.

Dieser Schritt könnte die Reichweite von Perplexity erheblich steigern, indem er vom sogenannten ,,Browser-Stickiness"-Effekt profitiert: Nutzer neigen dazu, bei vorinstallierten oder als Standard gesetzten Browser-Apps zu bleiben, was die regelmäßige Nutzung der KI-Tools des Unternehmens fördern könnte.

,,Es ist nicht einfach, Mobilgerätehersteller davon zu überzeugen, den Standardbrowser von Chrome auf Comet umzustellen", sagte Srinivas und verwies auf die Herausforderungen durch die Trägheit der Nutzer auf mobilen Plattformen.

Comet, derzeit in der Beta-Phase und bislang nur für Desktops verfügbar, integriert die KI von Perplexity direkt in das Web-Browsing. Nutzer können damit Fragen zu persönlichen Daten wie E-Mails, Kalendern oder Browserverläufen stellen und sogar Aufgaben wie das Planen von Meetings oder das Zusammenfassen von Webseiten erledigen.

Perplexity hat das Ziel, im kommenden Jahr ,,Zehn- bis Hunderte Millionen" Nutzer zu erreichen, nachdem die Desktop-Version für einige Hunderttausend erste Tester stabilisiert wurde, so Srinivas weiter.

Die Bemühungen spiegeln einen breiteren Branchentrend wider: Browser mit agentischer KI-Funktionalität, die mit minimalem menschlichen Eingriff Entscheidungen treffen und spezifische Aufgaben erledigen können, werden immer wichtiger.

Reuters berichtete bereits Anfang des Monats, dass auch OpenAI an einem eigenen agentischen KI-Browser arbeitet, der komplexe Aufgaben wie Reisebuchungen oder Finanzverwaltung automatisieren könnte.

Laut Statcounter-Daten hatte Googles Chrome im vergangenen Monat einen Marktanteil von etwa 70 % auf mobilen Geräten, während Apples Safari und Samsungs Browser gemeinsam weitere 24 % erreichten.

Bloomberg News berichtete im Juni, dass Perplexity mit Samsung Electronics und Apple über die Integration seiner KI-Suchfunktionen in deren Geräte verhandelt, was Assistenten wie Bixby oder Siri verbessern könnte.

Perplexity hat kürzlich eine Investitionsrunde über 500 Millionen US-Dollar abgeschlossen, wodurch das Unternehmen Anfang dieses Jahres mit 14 Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Zu den Investoren zählen Accel, Nvidia, Jeff Bezos und der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt.