Zugegeben: Mit den Wachstumsraten früherer Jahre ist das nicht zu vergleichen. Und doch ist diese Entwicklung bemerkenswert – in einem mittlerweile ausgereiften, weitgehend gesättigten und vor allem gnadenlos kompetitiven Marktumfeld.
Allerdings dürfte mehr nötig sein, um die Zweifel jener zu zerstreuen, die in PayPal nicht mehr als eine digitale Version von Western Union sehen. Die Nutzerbasis des Dienstes altert, während die jüngeren Generationen fast ausschließlich auf Apple Pay, Google Pay oder die Shopify-Alternative Shop Pay setzen.
Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2023 verfolgt CEO Alex Chriss das Ziel, die Eigenmarken PayPal und Venmo neu zu beleben. Es ist noch zu früh, um eine Bilanz zu ziehen – erste ermutigende Signale sind jedoch erkennbar.
Aktuell bleibt die Abwicklung von Zahlungen im Auftrag Dritter der wichtigste Wachstumstreiber. Dieser Bereich macht mehr als zwei Drittel des gesamten Volumens aus, ist allerdings deutlich weniger profitabel.
Das erklärt auch den dramatischen Rückgang der Bruttomarge von PayPal, die sich innerhalb weniger Jahre gedrittelt hat – ein zweiter herber Rückschlag nach der massiven und strategisch fragwürdigen Zerstörung von Unternehmenswert durch übereilte Aktienrückkäufe im letzten Zyklus.
Um die konsolidierte Profitabilität stabil zu halten, hat PayPal rigoros Kosten gesenkt – unter anderem bei aktienbasierten Vergütungen. Das verdient durchaus Anerkennung.
Die Aktienrückkäufe hingegen wurden nicht reduziert – im Gegenteil: Auch in diesem Jahr will das Unternehmen erneut 6 Milliarden US-Dollar auf diesem Wege an die Aktionäre zurückführen – genauso viel wie im Vorjahr.
Diesmal jedoch erscheint dieser Schritt deutlich sinnvoller, denn die Bewertung notiert auf einem historischen Tiefstand: Das Unternehmen wird aktuell mit einem einstelligen EBITDA-Multiplikator bewertet – bezogen auf den operativen Gewinn vor Investitionen.
Gleichzeitig bleiben die Fundamentaldaten trotz Margendruck solide. Der Nettogewinn dürfte 2025 ein Rekordniveau erreichen, und der Gewinn je Aktie wird voraussichtlich bei rund 5 US-Dollar liegen – nach 3,50 US-Dollar vor fünf Jahren.
Zudem hat PayPal kürzlich eine Banklizenz beantragt, um sein Kreditgeschäft für kleine und mittlere Unternehmen auszubauen. Diese Diversifizierung ist zweifellos begrüßenswert – doch auch hier wartet eine erbitterte Konkurrenz.




















