Die Pariser Börse beendete die letzte Sitzung der Woche nahezu unverändert bei 7.982 Punkten (+0,02%). Gestützt wurde der Markt von Capgemini (+3,5%) und Pernod Ricard (+3%), während der Verteidigungssektor belastete: Thales verlor 3,8%, Safran 3,6%. Hintergrund ist ein von US-Präsident Donald Trump skizziertes Friedensplan-Angebot im Ukraine-Konflikt. Im Wochenverlauf gab der Pariser Leitindex um 2,3% nach.

Nachdem die Märkte eine Zinssenkung der US-Notenbank im Dezember zunehmend in Frage stellten, belebte John Williams, Präsident der mächtigen New Yorker Fed und bekennende ,,Taube" sowie stimmberechtigtes Mitglied des Federal Open Market Committee, die Hoffnungen erneut. Er erklärte, die Fed könne ihre Leitzinsen ,,kurzfristig" noch senken, ohne ihr Inflationsziel zu gefährden - im Gegensatz zu jüngsten Äußerungen anderer Kollegen, die eine dritte geldpolitische Lockerung im Dezember anzweifelten.

Das CME FedWatch-Tool zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung in vier Wochen von 35% auf 70% gestiegen ist.

Die Reaktionen an der Wall Street fielen jedoch verhalten aus: Der S&P 500 legte um 0,4% zu, der Nasdaq um 0,2%.

Der VIX, der Volatilitätsindex der CBOE und ,,Angstbarometer" der Märkte, der am Donnerstag noch eine Intraday-Schwankung von 36% verzeichnete, sank um 2,2%, bleibt aber mit 25,8 auf hohem Niveau.

Nach über sechs Monaten nahezu ununterbrochener Kursgewinne scheint die Volatilität an den Märkten zurückzukehren und könnte bis zum Jahresende zur neuen Norm werden.

Diese zunehmende Nervosität unterstreicht vor allem das fehlende Vertrauen der Investoren in eine Fortsetzung des Zinssenkungszyklus der Fed, der bislang als sicher galt.

Der deutlich über den Erwartungen liegende US-Arbeitsmarktbericht vom Vortag veranlasste Investoren, die Erwartungen für eine weitere Zinssenkung im kommenden Monat zu überdenken.

Am Vormittag sorgten in Europa die ersten Ergebnisse der monatlichen PMI-Umfragen von S&P Global unter Einkaufsmanagern des privaten Sektors für Bewegung.

So lag der vorläufige HCOB Composite PMI für die Gesamtaktivität im Euroraum im November bei 52,4, leicht unter dem Oktoberwert von 52,5, signalisiert aber weiterhin ein solides Wachstum im privaten Sektor.

In Frankreich stieg der vorläufige HCOB Composite PMI von 47,7 im Oktober auf 49,9 im November - der höchste Stand seit August 2024 - und deutet damit auf eine nahezu stagnierende Aktivität im privaten Sektor hin.

Der von Insee ermittelte Geschäftsklimaindex Frankreichs, basierend auf Unternehmensbefragungen, legte erneut um einen Punkt auf 98 im November zu und nähert sich damit dem langjährigen Durchschnitt von 100.

Mit der Rückkehr der Unsicherheit über die Fed-Politik, die Anleger wohl weiterhin in Alarmbereitschaft versetzen wird, erscheint es wenig wahrscheinlich, dass die Aktienmärkte zu der Ruhe zurückkehren, die sie seit Jahresbeginn prägte.

Nach dem Ende der Berichtssaison und der Rückkehr amerikanischer Konjunkturindikatoren nach sechs Wochen ,,Shutdown" richten Investoren ihren Blick verstärkt auf die US-Wirtschaft und die Fed, um Hinweise auf die Konjunkturlage und mögliche geldpolitische Kurswechsel zu erhalten.

Dies verspricht weiterhin turbulente Zeiten für Aktienmärkte. Anleger, die zuletzt bei Schwächephasen nach dem Motto ,,buy the dips" günstig eingestiegen waren, könnten dieses Mal enttäuscht werden.

Am Rentenmarkt sank die französische 10-jährige OAT um 2 Basispunkte auf 3,466%, während die gleichlaufende deutsche Bundesanleihe um 3 Basispunkte auf 2,689% fiel - ein Spread von 77 Basispunkten.

In London gab Brent-Öl um 1,65% auf 62,2 USD nach, WTI fiel ebenfalls auf rund 58 USD.

Der Euro verlor gegenüber dem US-Dollar um 0,3% und notierte bei 1,15 USD.

Aus den französischen Unternehmen:

  • Veolia gab eine Vereinbarung mit Enviri zum Rückkauf von Clean Earth bekannt - die größte und bedeutendste Akquisition seit der Fusion mit Suez, sowohl zur Beschleunigung des US-Geschäfts als auch im amerikanischen Gefahrgutentsorgungssektor.
  • Nach einer einwöchigen Aussetzung kehrte Ubisoft heute um 10 Uhr an die Pariser Börse zurück und veröffentlichte Halbjahreszahlen: Der bereinigte Nettogewinn lag im ersten Halbjahr 2025/26 bei -37 Millionen Euro (Vorjahr: -208,1 Mio. Euro). Der verwässerte, nicht-IFRS-konforme Gewinn je Aktie lag bei -0,28 EUR (Vorjahr: -1,64 EUR). Nach einem Kursplus von über 10% schloss die Aktie mit einem Tagesgewinn von 3,9%.
  • Canal+ gab gestern Abend bekannt, sich die exklusiven Übertragungsrechte an der Champions League, dem prestigeträchtigsten europäischen Fußballwettbewerb, bis 2031 gesichert zu haben - sehr zur Erleichterung der Analysten.
  • Kering bereitet die Gründung der ,,House of Dreams"-Division vor, die aufstrebende Marken identifizieren und fördern soll, um die Abhängigkeit des Konzerns von Gucci zu verringern.
  • ArcelorMittal meldete am Freitag die Verringerung des Kapitals durch die Annullierung von 77,8 Millionen eigener Aktien - eine Entscheidung, die nach Abschluss eines Aktienrückkaufprogramms über 85 Millionen Aktien getroffen wurde.