Die Pariser Börse legt am Morgen um 0,3% zu und notiert bei rund 8.150 Punkten. Angeführt wird die Entwicklung von Edenred (+2%), Saint-Gobain (+1,8%) und Stellantis (+1,6%).
Anleger blicken mit gewisser Anspannung auf die bevorstehenden Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten, die sie dazu veranlassen könnten, ihre Erwartungen hinsichtlich künftiger Zinssenkungen neu zu bewerten.
Die Veröffentlichung dieser Statistik, auf die sich die US-Notenbank Federal Reserve zur Beobachtung der Preisentwicklung stützt, ist für 14:30 Uhr angesetzt. Sie wird entscheidend für die Wochenbilanz des Pariser Leitindex sein.
Jüngste Konjunkturdaten, die eine Abschwächung des US-Arbeitsmarktes bestätigten, haben die Erwartungen auf eine weitere Zinssenkung der Fed im Dezember gestärkt. Dennoch bleibt Vorsicht geboten, da die Kerninflation in den vergangenen Monaten hartnäckig hoch blieb.
Der Konsens rechnet für den September mit einem Anstieg des PCE-Kernpreisindex (ohne Nahrungsmittel und Energie) um 2,9% im Jahresvergleich - ein Plus, das dem bereits im August verzeichneten Wert entspricht.
Eine Überraschung könnte die Märkte dazu veranlassen, ihre Erwartungen für den Zinskurs der Fed bis 2026 zu überdenken. Aktuell rechnen Investoren mit zwei Zinssenkungen im kommenden Jahr, zusätzlich zu der für die nächste Woche erwarteten, die inzwischen als weitgehend sicher gilt.
Laut dem FedWatch-Barometer des Börsenbetreibers CME Group schätzen Händler die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Lockerung nach der Fed-Sitzung am 9. und 10. Dezember auf 87%, verglichen mit 68% vor einem Monat.
,,Wir befinden uns zwar bereits im Dezember, doch aufgrund des jüngsten Shutdowns der US-Regierung liefern diese Zahlen lediglich eine Momentaufnahme für den Monat September", mahnen die Analysten der Danske Bank am Morgen. ,,Dieser Aspekt sollte bei der Analyse nicht außer Acht gelassen werden", so die dänische Bank weiter.
Auch der Verbrauchervertrauensindex der Universität Michigan, der um 16 Uhr erwartet wird, steht im Fokus der Anleger. Es handelt sich um die erste Umfrage zum Konsumklima seit dem Ende des Shutdowns, was auf eine Verbesserung gegenüber dem Vormonat hindeutet.
Die Futures auf die New Yorker Indizes deuten derzeit auf eine leicht positive Eröffnung der Wall Street hin, im Bereich von 0,1% bis 0,3%. Die Entwicklung könnte sich jedoch nach Veröffentlichung des PCE-Index noch ändern.
In Erwartung der US-Daten wurden am Morgen mehrere Konjunkturstatistiken aus Europa veröffentlicht:
- Die Produktion im französischen verarbeitenden Gewerbe blieb im Oktober nahezu stabil nach einem deutlichen Anstieg im Vormonat (-0,1% nach +0,9% im September). Insgesamt stieg die Industrieproduktion moderat um 0,2% (nach +0,7%).
- Das französische Handelsdefizit verringerte sich im Oktober deutlich auf 3,92 Mrd. Euro (erwartet: -5,2 Mrd. EUR) nach 6,35 Mrd. Euro im Vormonat, wie aus saison- und kalenderbereinigten Daten (CVS-CJO) des Wirtschaftsministeriums hervorgeht.
- Die deutschen Industrieaufträge stiegen im Oktober um 1,5% gegenüber dem Vormonat (erwartet: +0,5%), nach einem revidierten Anstieg von 2% im September (zuvor geschätzt: 1,1%), laut Destatis (CVS-CJO).
- Im dritten Quartal 2025 wuchs das saisonbereinigte BIP im Euroraum laut Eurostat um 0,3% (erwartet: 0,2%) und in der EU um 0,4% gegenüber dem Vorquartal.
Am Rentenmarkt notiert die französische OAT 2035 bei 3,52%, während die gleichlaufende deutsche Bundesanleihe bei 2,77% liegt.
Der Euro gewinnt 0,1% gegenüber dem US-Dollar und steht bei 1,165 USD.
Nach ihrer jüngsten Erholung treten die Ölpreise auf der Stelle. Sie werden einerseits von geopolitischen Unsicherheiten und Erwartungen an eine Zinssenkung der Fed, andererseits vom anhaltenden Überangebot auf mittlere Sicht beeinflusst. Brent bewegt sich um 63,4 USD je Barrel.
Gold bleibt dank der Aussicht auf Fed-Zinssenkungen gut unterstützt. Das Edelmetall steigt um 0,4% auf 4.225 USD je Unze.
Aus dem Kreis französischer Unternehmen meldet Derichebourg für das Geschäftsjahr 2024/25 einen kräftigen Anstieg des Nettogewinns um 63% auf 122 Millionen Euro. Dies sei ,,auf den erheblichen Beitrag der Elior Group zurückzuführen, der in den kommenden Jahren weiter deutlich wachsen dürfte".
Air Liquide investiert rund 25 Millionen Euro in die Modernisierung seiner Luftzerlegungsanlage (ASU) in Yulin, Provinz Shaanxi. Zudem hat das Unternehmen eine Vereinbarung mit Hyundai Motor Group unterzeichnet, um die internationale Partnerschaft zu stärken und die Wasserstoffwirtschaft zu beschleunigen.

















