Die Pariser Börse startet die Woche mit einem leichten Plus von 0,1% und liegt damit knapp über der Marke von 8200 Punkten. Unterstützt wird sie dabei von Eurofins Scientific (+6,7%), Thales (+3,9%) sowie Schneider Electric (+1,3%).

Die Anleger zeigen sich wenig beeindruckt von der überraschenden Intervention der Vereinigten Staaten in Venezuela und der Deportation des südamerikanischen Präsidenten nach New York. Mit dieser Blitzaktion hat Washington der Welt demonstriert, dass es seine Stellung als Supermacht behaupten will, was unter anderem durch die Kontrolle der weltweiten Energieressourcen geschieht.

Pragmatischer betrachtet, zeugt die Entscheidung vom amerikanischen Willen, die großen Ölkonzerne wieder in ein Land zurückzubringen, dessen Infrastrukturen als marode gelten und dessen Ölreserven weiterhin weitgehend ungenutzt bleiben. Bislang fällt die Reaktion an den Ölmärkten sehr verhalten aus: Der WTI-Preis sinkt um 0,1% (57,2 USD pro Barrel), der Brent-Preis gibt um 0,2% nach (60,6 USD).

"Die Ölexporte Venezuelas bleiben bescheiden und bislang deutet nichts darauf hin, dass die Situation zu Störungen bei Produktion oder Verkauf führen wird", beruhigen die Analysten der Danske Bank am Morgen.

Die Reaktion der asiatischen Börsen spricht möglicherweise eine deutlichere Sprache. In Tokio legte der Nikkei am Montag zum Sitzungsende um fast 3% zu, und der MSCI-Index für Werte aus Asien und dem Pazifik stieg um mehr als 1,2%. Die Anleger scheinen das Jahr 2026 mit dem bekannten Sprichwort beginnen zu wollen, wonach der erste Monat des Jahres für Börsenindizes oft positiv verläuft – ein Phänomen, das als "Januar-Effekt" bekannt ist.

Goldman Sachs erwartet für 2026 eine leichte Beschleunigung des Wachstums im Euroraum, getragen von der deutschen Fiskalpolitik und einer widerstandsfähigen Konsumnachfrage – trotz zunehmender chinesischer Konkurrenz und anhaltend hoher Zinsen.

Die Wirtschaft der Eurozone dürfte 2026 um 1,3% wachsen, gestützt auf drei zyklische Haupttreiber: die haushaltspolitische Expansion Deutschlands, die Abschwächung globaler Handelskonflikte und ein robustes Wachstum der realen Haushaltseinkommen, so die Bank.

Allerdings wird diese Dynamik durch strukturelle Gegenwinde begrenzt, insbesondere durch den Anstieg chinesischer Exporte, der die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Italiens und Deutschlands belastet, sowie durch hohe Energiekosten.

Bei den Konjunkturdaten steht der wahre Härtetest am Freitag an, wenn die Arbeitsmarktzahlen für Dezember veröffentlicht werden – eine vom Markt besonders beachtete Statistik, zumal die Fed den Arbeitsmarkt explizit als entscheidenden Faktor für ihre geldpolitische Ausrichtung genannt hat.

Eine robuste Statistik könnte allerdings die Sorge wecken, dass die Notenbank mit ihren drei Zinssenkungen im Jahr 2025 zu früh gehandelt hat, und könnte die Wall Street unter Druck setzen – zumal der S&P 500 im Jahr 2025 nach bereits erfolgreichen Jahren 2023 und 2024 um mehr als 16% gestiegen ist und nun eine kleine Konsolidierung anstehen könnte.

Nach dem Arbeitsmarkttest startet dann nächste Woche die "Ergebnissaison" mit den ersten Quartalszahlen der großen Banken, darunter JP Morgan.

Strategen warnen, dass das Gewinnwachstum der Börsenunternehmen stimmen muss, um die hohen Bewertungen amerikanischer Aktien zu rechtfertigen. Die Aussicht auf sowohl Gewinnwachstum als auch eine Bestätigung der Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft könnte jedoch den Weg für weitere gute Ergebnisse im Jahr 2026 ebnen.

Am Anleihemarkt notiert die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe bei 2,90%, die der französischen OAT gleicher Laufzeit bei 3,60%.

In den Nachrichten der französischen Unternehmen meldete BNP Paribas am Montag einen "wichtigen Meilenstein" bei der Integration ihrer Asset-Management-Aktivitäten nach der Übernahme von AXA Investment Managers (AXA IM), die nun seit über sechs Monaten offiziell ist.

Sanofi teilte mit, dass die US-amerikanische FDA den Antrag auf eine zusätzliche biologische Zulassung (sBLA) für ihr Tzield (teplizumab-mzwv) zur Behandlung von Kleinkindern mit Typ-1-Diabetes im Stadium 2 zur vorrangigen Prüfung angenommen hat.

Alstom hat drei Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Euro erhalten. Im Detail wurde der Spezialist für intelligente und nachhaltige Mobilität ausgewählt, um Schienenfahrzeuge für einen Kunden in der Region Amerika im Wert von rund 1,4 Milliarden Euro zu liefern.

Saint-Gobain hat ein Joint Venture mit einer Tochtergesellschaft von Indocement Tunggal Prakarsa (ein indonesischer Zementhersteller, an dem Heidelberg Materials 53% der Anteile hält) gegründet, das zu 60% dem französischen Konzern und zu 40% dem lokalen Partner gehört. Ziel dieses Joint Ventures ist die Übernahme der Mörtelgeschäfte von Indocement in Indonesien.

Abschließend bestätigt Oddo BHF seine Einschätzung "Outperformance" und das Kursziel von 236 Euro für Airbus Group, "eine Aktie, die von der schrittweisen Verbesserung der Lieferkette und den Fortschritten bei der Agilität des industriellen Werkzeugs profitieren wird".