München, 20. Mai (Reuters) - Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS hat sich von gut einem Drittel seines Aktienpakets am Getriebehersteller Renk getrennt. KNDS platzierte über Nacht 5,8 Millionen Aktien des Augsburger Unternehmens, bei dem der Rüstungskonzern zum Börsengang vor gut zwei Jahren als Ankeraktionär eingestiegen war, für rund 262 Millionen Euro. Die Beteiligung von KNDS sinkt damit von 15,8 auf zehn Prozent. "KNDS bekräftigt seine volle Unterstützung für das Renk-Management und bekennt sich zur langfristigen Zusammenarbeit beider Unternehmen", hieß es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Renk ist einer der wichtigsten Getriebelieferanten für den "Leopard 2"-Kampfpanzer von KNDS, hat aber auch andere Hersteller als Kunden.

Der Erlös von 262 Millionen Euro werde zur Optimierung der Kapitalstruktur verwendet, erklärte KNDS. Die Renk-Aktien wurden über Nacht über die Investmentbanken Deutsche Bank und Goldman Sachs zu je 45,10 bei institutionellen Investoren untergebracht. Der Preis liegt 15 Cent höher als die Banken zunächst avisiert hatten. Er entspricht einem relativ geringen Abschlag von 2,5 Prozent auf den Xetra-Schlusskurs vom Dienstag. Die Renk-Aktien hatten dort mit 46,27 Euro vier Prozent fester geschlossen.

KNDS dürfte mit dem Verkauf einen kräftigen Gewinn erzielt haben: Das Unternehmen hatte den Renk-Börsengang Anfang 2024 mit dem Kauf von 6,67 Prozent der Anteile gestützt. Der Ausgabepreis lag damals bei 15 Euro. Zudem hatte sich KNDS vom damaligen Renk-Eigentümer, dem Finanzinvestor Triton, eine Kaufoption auf weitere 18,4 Prozent der Aktien zum Preis von rund 20 Euro zusichern lassen. Darüber kam es aber zum Streit, weil die Renk-Aktie nach dem Börsengang schnell nach oben schoss. Am Ende einigten sich die beiden Parteien auf einen Kompromiss, der KNDS zu einer Beteiligung von 15,8 Prozent verhalf. Seit Oktober 2025 hat sich der Kurs der Renk-Aktie allerdings fast halbiert.

KNDS strebt noch vor der Sommerpause selbst an die Börsen in Paris und Frankfurt.

(Bericht von Alexander HübnerRedigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)