Zweitens: ein Quasi-Monopol – genauer gesagt ein faktisches Monopol in seiner Nische, auch wenn ein Teil des Handelsvolumens ohne die Plattform abgewickelt werden kann. In den vergangenen zehn Jahren hat das Unternehmen sowohl seinen Umsatz als auch seinen Vorsteuergewinn mehr als verdoppelt.
Drittens: ein exponentiell wachsendes Handelsvolumen. Das über die Plattform abgewickelte Volumen hat sich innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdreifacht, insbesondere dank des starken Zustroms ausländischer Emittenten.
Viertens: eine echte Cashflow-Maschine. In den vergangenen fünf Jahren erwirtschaftete das Unternehmen insgesamt rund 200 Mio. US-Dollar freien Cashflow, der vollständig über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückgegeben wurde. Der durchschnittliche jährliche freie Cashflow lag bei rund 40 Mio. US-Dollar.
Fünftens: ein Unternehmen unter der Kontrolle seines Vorstandsvorsitzenden, der mehr als ein Drittel der Aktien hält. Er ist bekannt für seine ungewöhnlich direkte Kommunikation, seine konsequente Ablehnung „bereinigter“ Gewinnkennzahlen und seine strikte Orientierung an finanzwirtschaftlicher Disziplin.
Sechstens: ein Geschäftsmodell mit drei Säulen. Rund ein Fünftel des Umsatzes stammt aus Transaktionsgebühren. Dienstleistungen für Emittenten tragen etwa 40 % bei, ebenso wie der Bereich Marktdaten, der ebenfalls rund 40 % des Umsatzes generiert.
Siebentens: Risiken sind durchaus vorhanden. Dazu zählen ein möglicher Rückgang des außerbörslichen Handelsvolumens, strengere regulatorische Vorgaben, die Abwanderung von Emittenten zu den großen Börsenplätzen wie NYSE oder Nasdaq sowie das nachlassende Interesse an öffentlichen Kapitalmärkten zugunsten privater Finanzierungsformen.
Achtens: eine Bewertung auf dem niedrigsten Niveau seit zehn Jahren – sowohl gemessen am Gewinnmultiple als auch am Verhältnis von Börsenwert zu Eigenkapital.
Mit anderen Worten: OTC Markets Group vereint die typischen Vorzüge eines Börsen- und Plattformbetreibers – hohe Margen, wiederkehrende Erlöse, Netzwerkeffekte und starke Kapitalrenditen – wird aktuell jedoch zu Bewertungskennzahlen gehandelt, die zuletzt vor einem Jahrzehnt zu beobachten waren. Für langfristig orientierte Investoren könnte dies ein seltenes Chancen-Risiko-Profil darstellen.

















