Wien, 08. Mai (Reuters) - Gegenwind in der Türkei und der Schwund im klassischen Briefgeschäft haben der Österreichischen Post zum Jahresauftakt einen Gewinneinbruch eingebrockt. Unter dem Strich sackte der Nettogewinn im ersten Quartal um gut 60 Prozent auf 15,3 Millionen Euro ab, wie der mehrheitlich staatliche Konzern am Freitag mitteilte. Das Betriebsergebnis (Ebit) schrumpfte um knapp ein Viertel auf 36,8 Millionen Euro. Ein florierender Online-Handel verhinderte jedoch Schlimmeres und sorgte dafür, dass der Umsatz leicht um 0,9 Prozent auf 770,7 Millionen Euro stieg. Generaldirektor Walter Oblin erklärte, der Konzern habe sich in einem schwierigen Marktumfeld gut gehalten.
Hauptgrund für den drastischen Rückgang beim Nettogewinn war ein negativer Bewertungseffekt bei der türkischen Tochter Aras Kargo, der das Finanzergebnis mit 8,4 Millionen Euro belastete. Zudem bremsten in der Türkei deutlich höhere Zölle auf Pakete aus Asien sowie Einfuhrverbote für bestimmte Kosmetika und Elektronik das operative Geschäft.
Auf dem Heimatmarkt setzten sich für die Österreichische Post derweil die gegenläufigen Trends fort: Während die Paketmengen um zehn Prozent zulegten, schrumpfte das Briefvolumen um neun Prozent. Auch Werbekunden hielten sich mit Aufträgen zurück. Trotz des holprigen Starts bestätigte der Vorstand seine Prognose für das Gesamtjahr 2026. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem leichten Umsatzanstieg und einem weitgehend stabilen Betriebsergebnis. Das Management geht dabei von einem schwächeren ersten und einem stärkeren zweiten Halbjahr aus.
(Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)


















