Die Ölpreise haben sich am Dienstag stabilisiert, nachdem sie in der vorangegangenen Sitzung um 2 % nachgegeben hatten. Marktteilnehmer beobachten aufmerksam die Friedensgespräche zur Beendigung des russischen Krieges in der Ukraine sowie die anstehende Entscheidung über die US-Leitzinsen.
Die Brent-Rohöl-Futures notierten um 2 Cent oder 0,03 % niedriger bei 62,47 US-Dollar pro Barrel (Stand: 0101 GMT). Das US-amerikanische West Texas Intermediate (WTI) lag bei 58,84 US-Dollar, ein Minus von 4 Cent oder 0,07 %.
Beide Kontrakte verloren am Montag jeweils mehr als einen US-Dollar, nachdem der Irak die Produktion am Lukoil-Ölfeld West Qurna 2, einem der größten Ölfelder der Welt, wieder aufgenommen hatte.
Die Ukraine wird nach Gesprächen in London zwischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und den Regierungschefs aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien einen überarbeiteten Friedensplan mit den USA teilen.
,,Der Ölmarkt bewegt sich derzeit in einer engen Handelsspanne, bis klarer wird, in welche Richtung die Friedensverhandlungen gehen", sagte Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade.
,,Sollten die Gespräche scheitern, erwarten wir einen Anstieg der Ölpreise. Kommt es hingegen zu Fortschritten und damit zu einer möglichen Wiederaufnahme russischer Lieferungen auf den Weltenergiemarkt, dürften die Preise fallen", ergänzte er.
Quellen zufolge führen die G7-Staaten und die Europäische Union Gespräche darüber, die Preisobergrenze für russische Ölexporte durch ein vollständiges Verbot maritimer Dienstleistungen zu ersetzen, um Russlands Öleinnahmen weiter zu reduzieren.
Ebenfalls im Fokus steht die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, die am Mittwoch erwartet wird. Die Märkte preisen aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 87 % für eine Zinssenkung um einen Viertelpunkt ein.
Mit Blick auf die kommenden Jahre erwarten Analysten von BMI ein Überangebot auf dem Energiemarkt, das die Preise bis 2026 unter Druck halten dürfte.
,,Obwohl vieles von der Reaktion der OPEC+ auf die niedrigeren Preise im ersten Quartal 2026 abhängt, rechnen wir mit einer Erholung der Rohölpreise im weiteren Verlauf des Jahres 2026. Grund dafür sind geringere Produktionsmengen aufgrund nachlassender US-Schieferaktivitäten und ein stetiges Wachstum der Nachfrage, das die Märkte wieder ins Gleichgewicht bringen dürfte", so BMI weiter.
(Bericht von Ashitha Shivaprasad in Bengaluru und Thomas Derpinghaus)

















