Die Ölpreise verharrten am Montag auf einem Zweiwochenhoch, da Investoren in dieser Woche mit einer Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve rechnen, die das Wirtschaftswachstum und die Energienachfrage ankurbeln dürfte. Gleichzeitig beobachten sie geopolitische Risiken, die das Ölangebot aus Russland und Venezuela bedrohen.
Die Brent-Rohöl-Futures stiegen um 4 Cent beziehungsweise 0,06 % auf 63,79 US-Dollar pro Barrel (Stand: 0008 GMT), während das US-amerikanische West Texas Intermediate (WTI) bei 60,15 US-Dollar pro Barrel lag - ein Plus von 7 Cent oder 0,12 %.
Beide Kontrakte beendeten die Sitzung am Freitag auf dem höchsten Stand seit dem 18. November.
Laut Daten von LSEG preisen die Märkte eine 84-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um einen Viertelpunkt auf der Fed-Sitzung am Dienstag und Mittwoch ein. Es wird erwartet, dass dies eine der umstrittensten Entscheidungen der letzten Jahre sein wird, wobei Investoren besonderes Augenmerk auf die geldpolitische Ausrichtung und die internen Dynamiken der US-Zentralbank legen.
In Europa bleibt der Fortschritt bei den Friedensgesprächen für die Ukraine langsam. Streitpunkte sind weiterhin Sicherheitsgarantien für Kiew sowie der Status der von Russland besetzten Gebiete.
,,Das Ergebnis der aktuellen Verhandlungen könnte erhebliche Auswirkungen auf den Ölmarkt haben", erklärten Analysten der ANZ in einer Mitteilung.
,,Die verschiedenen möglichen Ergebnisse von Trumps jüngster Initiative zur Beendigung des Krieges könnten zu Schwankungen im Ölangebot von mehr als zwei Millionen Barrel pro Tag führen."
Unterdessen verhandeln die G7-Staaten und die Europäische Union laut mit der Angelegenheit vertrauten Quellen mit Reuters über die Ablösung der Preisobergrenze für russische Ölexporte durch ein vollständiges Verbot maritimer Dienstleistungen. Dies könnte das Angebot des zweitgrößten Ölproduzenten der Welt einschränken.
Die USA haben zudem den Druck auf das OPEC-Mitglied Venezuela erhöht, unter anderem durch Angriffe auf mutmaßliche Drogenschmugglerboote und mit Drohungen militärischer Maßnahmen zur Absetzung der Regierung von Präsident Nicolás Maduro.
Chinesische unabhängige Raffinerien haben ihre Käufe von sanktioniertem iranischem Öl aus Onshore-Lagertanks mithilfe neu erteilter Importquoten erhöht, wie Handelsteilnehmer und Analysten berichten. Dies trägt dazu bei, ein Überangebot abzubauen.
(Bericht von Florence Tan; Redaktion: Jamie Freed)


















