Die Rohölpreise kletterten am Donnerstag um mehr als 2 Dollar pro Barrel, nachdem der Iran die Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus bekannt gab. Zuvor hatten die USA weitere Luftschläge gegen iranische Ziele geführt.

Die Brent-Futures stiegen um 2.30 Dollar oder 2.47% auf 95.40 Dollar pro Barrel, während US West Texas Intermediate (WTI) um 2.60 Dollar oder 2.89% auf 92.63 Dollar zulegte. Im frühen Handelsverlauf hatten die US-Rohöl-Futures zeitweise Gewinne von über 3 Dollar verzeichnet.

Das oberste Militärkommando des Irans verkündete am Donnerstag die Sperrung der Straße von Hormus für Öltanker und Handelsschiffe. Es wurde angedroht, dass jedes Schiff, das eine Durchfahrt versucht, unter Beschuss genommen wird.

Das US-Militär teilte jedoch am Mittwoch auf der Plattform X mit, dass Handelsschiffe die Meerenge weiterhin passieren.

Zudem hieß es, dass keine US-Kriegsschiffe in der Meerenge getroffen wurden, nachdem iranische Staatsmedien berichtet hatten, US-Schiffe nahe der Wasserstraße seien mit Raketen und Drohnen angegriffen worden.

US-Streitkräfte begannen um 17:15 Uhr EDT (21:15 GMT) mit weiteren Angriffen auf mehrere Ziele im Iran. Dies ist der jüngste Akt in einer Eskalationsspirale, die einen umfassenden Krieg erneut zu entfachen droht. Die Kampfhandlungen waren Anfang April unterbrochen worden, als sich beide Seiten auf einen fragilen Waffenstillstand geeinigt hatten.

Die monatelange Blockade der Meerenge durch den Iran, durch die normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen transportiert wird, hält die Energiepreise auf hohem Niveau.

Unterdessen sanken die US-Rohöllagerbestände in der Woche bis zum 5. Juni um 7.2 Millionen Barrel auf 426.5 Millionen Barrel, wie die EIA am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten in einer Reuters-Umfrage lediglich mit einem Rückgang um 4 Millionen Barrel gerechnet.

Die US-Rohölvorräte, einschließlich der strategischen Reserven, sind seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar um 79 Millionen Barrel geschrumpft, da der weltweit größte Produzent einsprang, um die durch die faktische Schließung der Meerenge entstandenen Versorgungslücken zu schließen.