Die New York Stock Exchange hat sich zur Zahlung einer Zivilstrafe in Höhe von 9 Millionen Dollar bereit erklärt, um Vorwürfe der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC beizulegen. Hintergrund ist eine Computerpanne im Januar 2023, die die Markteröffnung störte und zu massiven Kursschwankungen bei Blue-Chip-Aktien führte.

Der am Freitag geschlossene Vergleich resultiert aus einem Vorfall vom 24. Januar 2023, bei dem die NYSE versehentlich ihr primäres Handelssystem und das Backup-System – Pillar Production und Pillar DR (kurz für „Disaster Recovery“) – gleichzeitig betrieb.

Laut SEC führte dieser unbeabsichtigte Fehler dazu, dass das Hauptsystem fälschlicherweise davon ausging, die Eröffnungsauktionen für 2.824 der damals 3.421 an der NYSE gelisteten Wertpapiere hätten bereits stattgefunden.

Dies führte zu Handelsunterbrechungen bei 84 Aktien, darunter 81 Titel, deren Kurse ohne ersichtlichen Grund um mehr als 10 % einbrachen, sowie zu mehr als 4.000 rückgängig gemachten oder annullierten Transaktionen.

Zu den von der Panne betroffenen Aktien gehörten ExxonMobil, McDonald's, 3M, Verizon, Walmart und Wells Fargo.

Nach Angaben der SEC benötigte die NYSE 39 Minuten, um festzustellen, dass die Eröffnungsauktionen misslungen waren, und 83 Minuten, um das volle Ausmaß des Schadens zu erkennen.

Dies spiegelte laut SEC das Fehlen schriftlich fixierter Richtlinien und Verfahren zur Unterstützung der Auktionen wider. Die NYSE zahlte den Mitgliedsunternehmen mehr als 5,77 Millionen Dollar für Handelsverluste.

In einer Stellungnahme erklärte die in Atlanta ansässige Intercontinental Exchange, sie habe ihre Verfahren und Systeme verbessert und betonte, dass die „Eröffnungs- und Schlussauktionen der NYSE weiterhin das verlässlichste Liquiditätsevent für an der NYSE gelistete Symbole“ seien.