"Nordzucker erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen operativen Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich, was deutlich schlechter als erwartet ist", teilte das nicht börsennotierte Unternehmen in einer Stellungnahme mit. Im vorherigen Geschäftsjahr hatte Nordzucker noch einen operativen Gewinn von 100 Millionen Euro (116 Millionen US-Dollar) erzielt.
Die Zuckerpreise in der EU befinden sich auf einem Vierjahrestief, während die Weltmarktpreise nahe einem Fünfjahrestief liegen. Reuters berichtete am Mittwoch, dass europäische Produzenten die Landwirte auffordern, den Anbau von Zuckerrüben zu reduzieren.
Deutschlands größter Zuckerproduzent Suedzucker hatte bereits am Dienstag angekündigt, dass die niedrigen Zuckerpreise die Gewinne belasten werden, während das französische Unternehmen Tereos im November einen Einbruch des Halbjahresgewinns meldete.
Hohe Ernteerträge in Brasilien, Indien und der EU sowie Unsicherheiten über Importzölle und Wechselkursschwankungen erhöhen laut Nordzucker den Preisdruck auf dem EU-Zuckermarkt. Gleichzeitig führt ein rückläufiger Zuckerverbrauch zu insgesamt geringeren Zuckerabsätzen.
"Das deutlich niedrigere Preisniveau in Verbindung mit großen verfügbaren Mengen prägt den Markt bereits seit Monaten", sagte der operative Geschäftsführer Alexander Godow in einer Mitteilung. "Aufgrund dieser Entwicklungen ist vorerst keine wesentliche Preis-Erholung zu erwarten."
Das Unternehmen weitet sein Kosten- und Effizienzprogramm aus.
Nordzucker teilte mit, dass die Rübenverarbeitungskampagne 2025/2026 im Herbst und Winter unter guten Erntebedingungen stattgefunden habe.
Die Rübenverarbeitungskampagne in Finnland und Litauen endete im Dezember. Die deutschen Zuckerfabriken werden ihre Kampagne in der zweiten Januarhälfte abschließen, gefolgt von den Zuckerfabriken in Schweden, der Slowakei, Dänemark und Polen, so das Unternehmen.
(1 US-Dollar = 0,8596 Euro)




















