Aktuell steht die Kaufkraft der Haushalte überall an einem Scheideweg. In Australien sehen die Menschen endlich wieder etwas mehr Geld auf ihren Bankkonten, dank eines stabilen Arbeitsmarktes und jüngster Steuersenkungen. Der Mid-Year Economic and Fiscal Outlook 2025–26 des australischen Finanzministeriums prognostiziert für diesen Zeitraum ein BIP-Wachstum von 2,25 %. Dieses Tempo soll laut Prognose auch im Geschäftsjahr 2026–27 anhalten.

In Neuseeland ist die Stimmung sogar noch optimistischer. Der Internationale Währungsfonds hofft, dass die Wirtschaft im Jahr 2026 auf 2,7 % anzieht. Mit steigendem verfügbarem Einkommen finden die Einheimischen mehr finanziellen Spielraum als in den Vorjahren.

Im Vereinigten Königreich (UK) hingegen sieht die Lage anders aus. Zwar gab es 2024 und 2025 eine gewisse Erholung, doch das Office for Budget Responsibility (OBR) prognostiziert, dass die Entwicklung 2026 „auf ein Minimum schrumpfen“ wird – Grund sind höhere Steuern und eine geringe Produktivität.

Diese große Kluft in der globalen Kaufkraft ist direkt bei Nick Scali gelandet, dem Möbelhändler, der in diesen Regionen tätig ist. Die aktuellen Umsatzzahlen spiegeln diese unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen direkt wider.

Bequem positioniert

Nick Scali hat seine Zahlen für das erste Halbjahr 2026, das am 31. Dezember 2025 endete, vorgelegt. Der Konzernumsatz stieg um 7,2 % auf 269,3 Millionen Australische Dollar – ein deutlicher Sprung im Vergleich zu den AUD 251,1 Mio. im ersten Halbjahr 2025. Das Konzernergebnis legte um satte 36,4 % zu: Der Nettogewinn nach Steuern (NPAT) kletterte auf AUD 41 Mio., nach AUD 30,1 Mio. im Vorjahreszeitraum.

Das ANZ-Geschäft trug den Gewinn mit, der Umsatz stieg um 13,1 % auf AUD 251,7 Mio. und brachte einen Rekord-NPAT von AUD 46,6 Mio. ein, ein Plus von 36,7 %.

Im Vereinigten Königreich hingegen wurde es für das Unternehmen teuer, da man sich noch in der Investitionsphase befindet. Das UK-Geschäft meldete einen Nettoverlust von AUD 5,6 Mio., während der Umsatz um 38,5 % auf AUD 17,6 Mio. fiel. Grund waren vorübergehende Schließungen von Filialen im Zuge der Rebranding-Maßnahmen.

Ausbau der Ausstellungsflächen

Auf der anderen Seite laufen die vier britischen Filialen gut. Die Marke Nick Scali verzeichnete im Januar 2026 einen kräftigen flächenbereinigten Umsatzzuwachs von 32 %. Das zeigt, dass die Rebranding-Strategie trotz der schwachen Konjunktur in Großbritannien auf fruchtbaren Boden fällt.

Nick Scali setzt weiterhin auf Expansion und plant die Eröffnung von sechs neuen Geschäften in Australien und Neuseeland im Geschäftsjahr 2026. Auch in Großbritannien werden Standorte gesucht. Ziel ist es, von 129 auf ein globales Netz von 240–270 Filialen zu wachsen.

Auf Wachstumskurs

Die Aktie notiert zum 16. Februar 2026 bei AUD 18,43, was einer Marktkapitalisierung von AUD 1,58 Mrd. entspricht – nach einem deutlichen Rückgang von 21,8 % im laufenden Jahr. Obwohl der Kurs zwischen AUD 17,0 und AUD 26,08 schwankte, sind die Analysten weiterhin zuversichtlich: Fünf von neun sprechen eine Kaufempfehlung aus. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei AUD 22,1, was ein Aufwärtspotenzial von 20,09 % bedeutet.

Zusätzlich sollen die Dividendenrenditen von 3,73 % im Geschäftsjahr 2026 auf 4,15 % im Jahr 2027 und schließlich auf 4,69 % im Jahr 2028 steigen.

Sofa, so gut?

Nick Scali steht vor mehreren Herausforderungen, die das Ergebnis im Geschäftsjahr 2026 belasten könnten. Die größte Sorge ist eine mögliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Ein weiteres Risiko ist die Rebranding-Initiative im Vereinigten Königreich. Sollte das Rebranding der im Zuge der Fabb Furniture UK-Übernahme erworbenen Filialen bei den britischen Kunden nicht ankommen, könnte sich das Erreichen des Break-even verzögern.

Hinzu kommt die Herausforderung steigender Immobilienpreise: Während die Expansion von 129 auf 270 Filialen weltweit geplant ist, könnten steigende Gewerbemieten und Bauverzögerungen bei neuen Showrooms den Zeitplan für die Expansion gefährden.