Ein Ausblick auf den bevorstehenden Handelstag an den europäischen und globalen Märkten von Stella Qiu

Der Ausverkauf im Technologiesektor ist mit voller Wucht zurückgekehrt.

Der jüngste Einbruch wurde durch Cisco ausgelöst, dessen Margen durch die stark gestiegenen Kosten für Speicherchips unter Druck gerieten und so Anleger verschreckten, die auf explodierende Gewinne gesetzt hatten.

Gleichzeitig wachsen die Befürchtungen, dass die von KI ausgelöste Umwälzung des Arbeitsmarktes gerade erst begonnen hat. Logistik- und Speditionsunternehmen gerieten über Nacht stark unter Druck, kurz nachdem Softwarewerte einbrachen, weil die Veröffentlichung von Claude Cowork durch Anthropic neue Jobängste schürte.

Sogar Apple blieb nicht verschont. Der iPhone-Hersteller verlor 5% und büßte beeindruckende 200 Milliarden US-Dollar an Börsenwert ein – der schlechteste Tag seit Präsident Donald Trumps umfassenden „Liberation Day“-Zöllen, die im vergangenen April die Märkte erschütterten.

Fairerweise muss man sagen: Da sich die Aktien noch immer nahe an ihren Rekordhöhen bewegen, könnte dieser Rücksetzer lediglich eine weitere Kaufgelegenheit für Privatanleger darstellen. Andererseits: Vielleicht kommen die Maschinen tatsächlich, um uns zu ersetzen. Microsofts KI-Chef Mustafa Suleyman sagte der FT, er erwarte, dass die meisten Aufgaben von Angestellten in den nächsten 12 bis 18 Monaten vollständig automatisiert werden.

In Asien notierten die meisten Börsen im Minus, der regionale MSCI-Index gab um 0,8% nach, kann aber für die Woche immer noch einen beachtlichen Zuwachs von 3,9% vorweisen. Der japanische Nikkei rutschte um 0,9% ab, liegt aber auf Wochensicht 5,3% im Plus.

Im Zuge der Risikoaversion fanden defensive Werte Käufer, und US-Staatsanleihen profitierten von sicheren Häfen. Gold und Silber versuchten nach starken Verlusten eine Erholung, während Öl auf dem Weg zu einer zweiten Verlustwoche in Folge war.

Der weitere Kurs der Aktienmärkte hängt nun von den US-Inflationsdaten ab, die später am Tag veröffentlicht werden. Erwartet wird im Januar ein monatlicher Anstieg von 0,3% beim Kernindex, was genügen würde, um die Jahresrate von zuvor 2,7% auf 2,5% zu senken.

Eine solche oder noch bessere Zahl könnte das sein, was die Wall Street braucht, um sich zu erholen und Allzeithochs zu testen. Ein überraschend starker Bericht könnte hingegen dazu führen, dass Händler ihre Wetten auf eine Zinssenkung im Juni aufgeben – die Renditen könnten dann erneut stark steigen.

Wichtige Entwicklungen, die am Freitag die Märkte beeinflussen könnten:

– US-Verbraucherpreisindex (CPI) für Januar

– Schnellschätzung des BIP der Eurozone für das vierte Quartal