--Verkauf von Vermögenswerten für bis zu 10 Mrd USD geplant

--Produktivitätsziel beinhaltet auch Stellenstreichungen

--Lithiumprojekte stärker unter Rendite-Gesichtspunkten

(NEU: Details, Kontext)

Von Adam Whittaker und Rhiannon Hoyle

DOW JONES--Der neue CEO von Rio Tinto will die Kosten senken, die Investitionen zurückfahren und das Geschäft insgesamt vereinfachen. Dazu soll auch der Verkauf von Geschäftseinheiten gehören sowie der Abbau von Arbeitsplätzen, teilte der Bergbaukonzern anlässlich seines Kapitalmarkttags mit.

CEO Simon Trott, seit August im Amt, sagte am Donnerstag, der Konzern rechne mit Einnahmen von bis zu 10 Milliarden US-Dollar in bar - entweder durch den Verkauf von Vermögenswerten oder von Minderheitsanteilen an Partner. Der Konzern werde auch Arbeitsplätze abbauen, als Teil des Ziels, 650 Millionen Dollar im Jahr an Produktivitätsgewinnen zu erreichen, sagte Trott Reportern. Am Mittwoch hatte der Wettbewerber Glencore den Abbau von 1.000 Jobs im Zuge seiner Restrukturierung angekündigt.

Die weltweit größten Bergbaukonzerne stehen unter Druck, für Investoren attraktiver zu werden, da die Branche von schnell wachsenden Sektoren wie Technologie und Pharma in den Schatten gestellt wird. Sie suchen zudem nach Möglichkeiten, künftige Gewinne zu stärken, die lange Zeit von einem starken Eisenerzmarkt abhängig waren, für den nun allgemein eine Abkühlung erwartet wird.

Einige Investoren haben Bedenken geäußert, wie sehr Rios Geschäft nach einer Reihe von Übernahmen ausgeufert sei. Das Unternehmen hat derzeit bis zu 20 Projekte in der Entwicklung und ist in mehr als 30 Ländern und bei mehr als 10 Rohstoffen tätig und exploriert.

Trott hat das Geschäft bereits vereinfacht. Es gibt nun drei Einheiten: Eisenerz, Aluminium und Lithium sowie Kupfer. Die nächste Phase der strategischen Überprüfung der Bereiche Eisen und Titan sowie Borate werde sich darauf konzentrieren, das Marktinteresse an den Vermögenswerten zu testen, teilte der Konzern mit. Trott gab keinen Zeitrahmen für den geplanten Verkauf von Vermögenswerten. Bis 2030 sollen die Stückkosten um 4 Prozent sinken.

Kapitaleinsatz für Lithium-Projekte abhängig von Rendite-Erwartungen

Eine der größten Fragen im Vorfeld des Kapitalmarkttags war, wie Trott Rios Lithiumgeschäft entwickeln will, das größtenteils durch die Übernahme von Arcadium Lithium für 6,7 Milliarden US-Dollar Anfang des Jahres erworben wurde.

Andere große Bergbaukonzerne sind zurückgeschreckt vor einer Expansion in den Bereich Lithium, das für die Herstellung von Batterien verwendet wird. Sie gingen nicht davon aus, damit ähnlich hohe Gewinne zu erzielen wie mit der Produktion des Industriemetalls Kupfer oder des Stahlrohstoffs Eisenerz.

Rio Tinto teilte mit, man werde die bestehenden Lithiumprojekte fortsetzen, aber zusätzliches Kapital werde nur dann eingesetzt, wenn die Renditen ausreichten. Trott hatte bereits ein Lithiumprojekt in Serbien auf Eis gelegt.

Investoren hatten nicht erwartet, dass Trott ganz aus dem Lithiumgeschäft aussteigen würde. Die Konsensmeinung war, dass er die Lithium-Projektpipeline des Unternehmens verfeinern werde, wobei die Entwicklungen langsamer vonstatten gehen würden als ursprünglich geplant.

Unterdessen verlässt Paul Graves, der Chef von Rio Tintos Lithiumgeschäft und ehemalige CEO von Arcadium Lithium, das Unternehmen. Trott stellt derzeit eine Kerngruppe von Führungskräften zusammen.

Rio Tintos Vorstoß zur Kostensenkung fällt zusammen mit der mittelfristig geplanten Kürzung der Investitionen. Der Bergbaukonzern erwartet, dass diese ab 2028 und darüber hinaus auf weniger als 10 Milliarden US-Dollar pro Jahr sinken werden. Für 2025 rechnet Rio Tinto mit Ausgaben von rund 11 Milliarden US-Dollar.

Rio Tinto strebt für 2025 ein Produktionswachstum von 7 Prozent beim Kupferäquivalent und bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Produktionswachstum von 3 Prozent an.

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December 04, 2025 04:41 ET (09:41 GMT)