Berlin, 19. Mai (Reuters) - Die neue Förderung der Bundesregierung für E-Autos kann ab sofort beantragt werden. Das entsprechende Portal für rein digitale Antragsverfahren wurde am Dienstag freigeschaltet, wie Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) in Berlin mitteilte. Unter bestimmten Bedingungen ist eine staatliche Zuwendung von bis zu 6000 Euro drin - für den Kauf oder auch das Leasing von Neuwagen. Insgesamt stehen drei Milliarden Euro zur Verfügung, die für geschätzt 800.000 neue Fahrzeuge bis zum Jahr 2029 reichen dürften. Die Förderung soll auch rückwirkend für Neuzulassungen ab 1. Januar 2026 möglich sein.
"Ab jetzt können die Zuschüsse fließen und zwar gestaffelt nach Einkommen, Familiengröße und Fahrzeug", so Schneider. Die Förderung sei auch vor dem Hintergrund des Krieges in Nahost wichtiger denn je. "Elektromobilität ist unsere Chance, unabhängig zu werden von teurem Diesel und Benzin." Die Reichweiten der E-Autos verbesserten sich, es gebe mehr Lademöglichkeiten und die Hersteller böten auch mehr Kleinwagen an. Das Förderprogramm bringe einen Schub, damit Elektromobilität in der breiten Bevölkerung ankomme.
Der Branchenverband VDA erklärte, die Förderung sei grundsätzlich ein positiver Schritt. Sie könne aber nur ein Baustein zur Unterstützung des Markthochlaufs sein, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. "Denn für den nachhaltigen Hochlauf der Elektromobilität bleiben entscheidend: eine gute Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur, günstiger Ladestrom sowie darüber hinaus bessere internationale Standortbedingungen für die Unternehmen." Wie sich die Förderung auf die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen auswirke, bleibe derzeit noch abzuwarten. Der VDA rechnet damit, dass der Elektroautomarkt in Deutschland - einschließlich der Plug-in-Hybride - in diesem Jahr um ein Viertel auf 1,07 Millionen Fahrzeuge wächst.
Die Nachfrage nach E-Autos ist schon in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Zwischen Januar und April 2026 wurden rund 224.000 reine Elektroautos neu zugelassen, gut zwei Fünftel mehr als im Vorjahr. Inzwischen verfügt fast jeder vierte Neuwagen in Deutschland nur noch über einen Elektroantrieb. Dazu kommen weitere gut 100.000 Plug-in-Hybride, die zusätzlich über einen Verbrennungsmotor verfügen.
Gefördert werden reine Batteriefahrzeuge mit einer Basisprämie von 3000 Euro sowie Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerung mit jeweils 1500 Euro. Voraussetzung für die Hybrid-Förderung sind eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern und ein CO2-Ausstoß von maximal 60 Gramm pro Kilometer.
Die Förderung soll nur an Menschen gehen mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von höchstens 80.000 Euro. Für Familien steigt die Grenze bei einem Kind auf 85.000 Euro und bei zwei oder mehr Kindern auf 90.000 Euro. Zusätzliche Boni für einkommensschwächere Haushalte und Familien können die Förderung auf bis zu 6000 Euro erhöhen. So erhalten Haushalte mit einem Einkommen unter 60.000 Euro einen weiteren Zuschuss von 1000 Euro, bei unter 45.000 Euro sind es insgesamt 2000 Euro. Familien bekommen einen Kinderbonus von 500 Euro für ein Kind und 1000 Euro für zwei oder mehr Kinder.
(Bericht von Christian Krämer und Christina Amann, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
























