Die Nasdaq hat am Freitag eine neue Regel vorgeschlagen, die es der Börse ermöglichen würde, Börsengänge (IPOs) auch dann zu blockieren, wenn Unternehmen alle Zulassungsstandards erfüllen, sofern Warnsignale auftreten, die die Aktien eines Unternehmens anfällig für Manipulationen machen könnten.

Diese Initiative unterstreicht die Bestrebungen, die Zugangskontrolle zu verschärfen, während Unternehmen aus undurchsichtigen Rechtsgebieten versuchen, an die öffentlichen Märkte in den USA zu gelangen, wo ein tieferer Kapitalpool oft zu besseren Bewertungen führt als anderswo.

Sie folgt auf eine Phase verstärkter Beobachtung von Marktvolatilität und würde der Börse mehr Spielraum geben, bei Warnzeichen zu reagieren. Sollte die Regel eingeführt werden, könnte dies die Anforderungen an Transparenz insbesondere für ausländische Unternehmen erhöhen.

Nach den vorgeschlagenen Änderungen hätte die Nasdaq begrenzten Ermessensspielraum, einen Börsengang nach Prüfung von Faktoren wie dem Hauptsitz des Unternehmens, der Verfügbarkeit rechtlicher Mittel für US-Aktionäre in diesem Land und dem Einfluss von Kontrollparteien zu blockieren.

Die Börse würde Unternehmen auch genauer prüfen, wenn sie der Ansicht ist, dass deren Vorstände über unzureichende Erfahrung verfügen oder wenn die Berater fragwürdige Vorgeschichten haben.

PUMP-AND-DUMP

Ein sogenanntes Pump-and-Dump-Schema besteht darin, den Kurs einer Aktie künstlich in die Höhe zu treiben und sie dann auf dem Höhepunkt zu verkaufen, wodurch andere Anleger erhebliche Verluste erleiden.

Die Nasdaq hat über Jahre hinweg Untersuchungen durchgeführt, um starke Kursanstiege bei kleineren, in China ansässigen Unternehmen einzudämmen, nachdem in den vergangenen Jahren die Aktien solcher Firmen, die nur geringe Beträge bei ihrem Börsengang aufgenommen hatten, stark gestiegen waren.

Anleger haben durch einige dieser Börsengänge erhebliche Verluste erlitten, wobei bestimmte chinesische Aktien bei ihrem Debüt um bis zu 2.000 % gestiegen sind, bevor sie in den folgenden Tagen abstürzten.

Im September führte der Börsenbetreiber strengere Zulassungsstandards ein, darunter einen höheren Mindeststreubesitz für einige neue Listings sowie ein beschleunigtes Verfahren, um wenig gehandelte Unternehmen von der Börse zu nehmen. Dies ist Teil einer umfassenderen Initiative zur Bekämpfung potenzieller Marktmanipulationen.