Namibia zeigt sich besorgt darüber, dass TotalEnergies und Petrobras neue Offshore-Positionen im Lüderitz-Becken erworben haben, ohne das Energieministerium zu informieren oder die erforderliche Genehmigung einzuholen, wie es am Sonntag in einer Mitteilung erklärte.

Der französische Ölkonzern TotalEnergies und der brasilianische Konzern Petrobras hatten am Freitag mitgeteilt, dass sie jeweils einen Anteil von 42,5% an einer Explorationslizenz vor der Küste Namibias erworben haben, da beide Unternehmen die Ölförderung in einer der letzten Erkundungsregionen der Welt vorantreiben wollen.

Die Anteile an der PEL104-Lizenz wurden von Maravilla Oil and Gas und Eight Offshore Investments Holdings übernommen. Die beiden Großkonzerne sind bereits seit über einem Jahrzehnt in Brasilien Partner bei Ölförderprojekten.

Der jüngste Erwerb markiert eine Erweiterung der Beteiligungen von Total in dem südafrikanischen Land, wo das Unternehmen hofft, bis zum Ende des Jahrzehnts als erstes Öl zu fördern.

MINISTERIUM FORDERT VORHERIGE GENEHMIGUNG

In der Mitteilung vom Sonntag erklärte das Ministerium für Industrie, Bergbau und Energie, dass es – wie gesetzlich vorgeschrieben – nicht über die Entwicklungen informiert worden sei und erst "einige Minuten" vor der Veröffentlichung über die geplante Bekanntgabe des Deals unterrichtet wurde.

"Die Regierung stellt klar, dass gemäß Gesetz jede Übertragung, Abtretung oder der Erwerb von Beteiligungen an Erdöllizenzen in Namibia der vorherigen Zustimmung des Ministers bedarf", hieß es in der Erklärung.

Es blieb unklar, welche Auswirkungen die Mitteilung auf die Transaktion hat und ob die Regierung deren Fortsetzung erlauben wird. TotalEnergies und Petrobras reagierten außerhalb der Geschäftszeiten nicht umgehend auf Anfragen.

Auch Mitglieder der vorgeschlagenen Upstream Petroleum Unit der Regierung sowie die Petroleum Commissioner, Maggy Shino, äußerten sich nicht.

Die Erklärung vom Sonntag erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Namibia, ein globaler Hotspot für Ölexploration, auf die Förderung des ersten Öls hinarbeitet und gleichzeitig umfassende regulatorische Änderungen im Energiesektor einleitet.

Neben neuen Vorschriften zum lokalen Anteil hat der kürzlich eingesetzte Energieminister Modestus Amutse in der vergangenen Woche das Petroleum (Exploration and Production) Amendment Bill eingebracht, das die Upstream Petroleum Unit als neue Regulierungsbehörde im Präsidialamt einrichten soll.

Das Gesetz, das im Dezember nach Kritik von Oppositionsparteien zurückverwiesen wurde, zielt darauf ab, den rechtlichen Rahmen des Sektors zu modernisieren, die Regelungen zu Interessenkonflikten für Mitarbeiter auszuweiten und die fiskalische Transparenz zu stärken, unter anderem.

Es schafft zudem die Position des Petroleum Commissioner ab.