Es wird erwartet, dass die oberste Aufsichtsbehörde der Wall Street bald über weitreichende Änderungen an der Art und Weise abstimmen wird, wie Tausende von börsennotierten Unternehmen in den USA den Anlegern mitteilen, wie sich der Klimawandel auf ihr Ergebnis auswirken wird. Dies wäre eine bahnbrechende Regelung für die US-Börsenaufsicht.

Die Behörde hält solche Informationen für wichtig, damit Investoren entscheiden können, ob sie ihr Geld in ein Unternehmen stecken.

Was erwägt die fünfköpfige Kommission?

BERICHTERSTATTUNG ÜBER EMISSIONEN

In ihrem Regelentwurf vor zwei Jahren schlug die SEC vor, Unternehmen zu verpflichten, Treibhausgasemissionen in drei Kategorien zu melden, darunter Scope 1, d.h. Emissionen, die ein Unternehmen durch seine eigenen Tätigkeiten erzeugt, und Scope 2, d.h. Emissionen, für die das Unternehmen durch die Nutzung von Versorgungseinrichtungen und die Stromerzeugung verantwortlich ist.

Noch umstrittener war der Vorschlag der SEC, dass Unternehmen unter bestimmten Umständen auch Scope-3-Emissionen einbeziehen sollten - also Emissionen, die in der Lieferkette eines Unternehmens entstehen, z.B. durch den Transport von Waren, Geschäftsreisen und den Verbrauch von Produkten und Dienstleistungen durch Kunden.

Große Lobbygruppen haben sich vehement gegen Scope 3 gewehrt und argumentiert, er sei übermäßig aufwändig und würde wahrscheinlich keine aussagekräftigen Daten liefern. Beamte der SEC haben diesen Punkt aus dem Verordnungsvorschlag gestrichen.

Sie hat auch die ursprünglich obligatorischen Offenlegungspflichten der Scopes 1 und 2 abgeschwächt. Der jetzt vorliegende Entwurf sieht vor, dass diese Angaben nur dann erforderlich sind, wenn die Unternehmen sie für wesentlich halten, so mit der Angelegenheit vertraute Personen.

FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN DES KLIMAWANDELS

Der ursprüngliche Entwurf würde Unternehmen auch dazu verpflichten, in ihren Finanzberichten offenzulegen, wenn sie durch "Klimaauswirkungen", wie z.B. Schäden durch Unwetterereignisse oder Kosten für die Dekarbonisierung ihrer Betriebe, um mehr als 1% belastet werden.

Dies hat auch heftigen Beschuss aus der Industrie hervorgerufen. In Kommentaren, die der SEC vorgelegt wurden, erklärten die Unternehmen, dass die Richtlinie nicht umsetzbar sei, da es noch keine geeigneten Bilanzierungsmethoden für solche Auswirkungen gebe und die daraus resultierenden Daten nicht aussagekräftig seien.

Progressive und Finanzreformgruppen haben jedoch erklärt, dass eine solche Offenlegung praktikabel und hilfreich wäre.

OFFENLEGUNG VON RISIKEN

Der Vorschlag würde Unternehmen auch dazu verpflichten, eine Reihe anderer risikobezogener Informationen offenzulegen, z.B. wie die Vorstände mit Klimarisiken umgehen, wie sich diese Risiken auf das Geschäft der Unternehmen auswirken könnten, ihre Geschäftsmodelle, Unternehmensstrategien und Geschäftsaussichten.

Wenn Unternehmen Pläne für einen kohlenstoffarmen Übergang haben oder Szenarien zur Analyse klimabezogener Risiken verwenden, müssten sie diese den Investoren ebenfalls beschreiben. (Berichterstattung von Douglas Gillison in Washington, Bearbeitung von Michelle Price und Matthew Lewis)