News: Aktuelle News
Aktuelle NewsUnternehmenMärkteWirtschaft & ForexRohstoffeZinssätzeBusiness LeadersInstitutionelle AnlegerTermineSektoren 

WOCHENAUSBLICK: Märkte könnten mit Zinsängsten schief liegen

17.01.2022 | 05:51

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kapitalmarktzinsen und die Quartalsberichte von Großkonzernen dürften in der neuen Börsenwoche über Wohl und Wehe an den Aktienmärkten bestimmen. Die Erwartung steigender Leitzinsen in den USA und ein absehbares Ende der jahrelangen Geldschwemme hatten die Rally an den Börsen zuletzt abgewürgt. Doch es mehren sich die Stimmen, wonach die Finanzmärkte mit einem Anziehen der geldpolitischen Schraube durch die US-Notenbank (Fed) durchaus gut leben können.

"Höhere Anleiherenditen sollten nicht belastend für Aktien sein", schreibt Stratege Marko Kolanovic von der Investmentbank JPMorgan und rät trotz steigender Zinserwartungen und Kapitalmarktrenditen zu Schnäppchenkäufen bei Rücksetzern. Die jüngsten Verluste risikoreicher Anlageklassen als Reaktion auf das vergangene Sitzungsprotokoll der Fed seien übertrieben gewesen, argumentiert er. Denn die Fed werde die Zügel nur schrittweise anziehen und in einem Tempo, mit dem die Finanzmärkte zurechtkämen. Zudem dürfte die Straffung der Geldpolitik von einer starken Konjunkturerholung flankiert werden. Einer eigenen Umfrage zufolge planten derzeit zwei von drei Investoren, die Aktienpositionen aufzustocken.

Möglicherweise seien Anleger mit ihren Zinserwartungen über das Ziel hinausgeschossen, merkte Jack Janasiewicz an. Dem Portfoliomanager von Natixis Investment zufolge preisen die Märkte inzwischen fast vier Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr sowie drei weitere bis Ende 2023 ein. Sorgen bereite den Marktakteuren vor allem die hohe Inflation. Aber genau hier drohten die Märkte falsch zu liegen, so Janasiewicz. Vor allem eine verbesserte pandemische Lage dürfte für Entspannung sorgen, die Belastung der Versorgungs- und Lieferketten und der Arbeitsmärkte könnte schwinden. In der Folge könnte sich auch die Teuerung "in einem Tempo abschwächen, das einige nicht erwarten".

Licht am Ende des Corona-Tunnels sieht auch der JPMorgan-Analyst. Die Omikron-Variante des Virus stelle für das erste Quartal des neuen Jahres zwar ein gewisses Risiko dar, schreibt Kolanovic. Nach einem erwarteten starken Anstieg der Infektionszahlen in den kommenden Wochen sei mit Blick auf das zweite Quartal dann aber mit starkem Rückenwind für die Wirtschaft zu rechnen. "Wenn die Omikron-Welle abebbt, dann dürfte vermutlich das Ende der Pandemie in Sicht sein", weil sich eine "breite natürliche Immunität" durchgesetzt haben sollte.

Der deutsche Leitindex Dax tat sich zuletzt an der runden Marke von 16 000 Punkten sichtlich schwer. Das dürfte neben der Pandemie und den Zinsen auch damit zu tun haben, dass in den kommenden Wochen die Unternehmen über das Schlussquartal 2021 berichten und Ausblicke für den weiteren Jahresverlauf geben. In der neuen Woche setzen noch die großen US-Banken Goldman Sachs, Bank of America und Morgan Stanley die Akzente. Auf die bereits veröffentlichten Quartalsberichte von JPMorgan und der Citigroup reagierten Anleger mit Aktienverkäufen. Mit dem Bergwerkskonzern Rio Tinto, dem Chip-Ausrüster ASML und Alstom finden sich in der neuen Woche auch erste europäische Großkonzerne auf der Agenda.

Trotz Zinsängsten und der starken Ausbreitung von Omikron schlage sich die Wirtschaft gut, schreibt Marktexperte Craig Erlam vom Handelshaus Oanda. "Die Unternehmensberichte zum vierten Quartal dürften das widerspiegeln". Laut Harsh Tibrewala, Stratege bei Credit Suisse, prognostizieren Analysten für das Schlussviertel 2021 einen Anstieg der Ergebnisse weltweit auf Jahressicht um "robuste 23,5 Prozent". Die Glanzpunkte dürften voraussichtlich die Sektoren Energie, Industrie, Rohstoffe und Gesundheit setzen./bek/ck/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---


© dpa-AFX 2022
Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
ALSTOM -1.85%22.84 Realtime Kurse.-26.84%
ASML HOLDING N.V. -2.40%512.6 Realtime Kurse.-27.47%
AUSTRALIAN DOLLAR / US DOLLAR (AUD/USD) 0.39%0.7002 verzögerte Kurse.-4.31%
BANK OF AMERICA CORPORATION -1.02%34.81 verzögerte Kurse.-21.76%
BRITISH POUND / US DOLLAR (GBP/USD) 0.56%1.234 verzögerte Kurse.-9.40%
CANADIAN DOLLAR / US DOLLAR (CAD/USD) 0.45%0.77963 verzögerte Kurse.-2.04%
CITIGROUP INC. -0.38%47.46 verzögerte Kurse.-21.41%
CREDIT SUISSE GROUP AG 0.18%6.52 verzögerte Kurse.-26.51%
DAX -0.45%13964.38 verzögerte Kurse.-12.09%
EURO / US DOLLAR (EUR/USD) 0.07%1.0445 verzögerte Kurse.-8.55%
INDIAN RUPEE / US DOLLAR (INR/USD) -0.44%0.012852 verzögerte Kurse.-3.88%
JPMORGAN CHASE & CO. -0.70%118.26 verzögerte Kurse.-25.32%
MORGAN STANLEY -0.79%79.9 verzögerte Kurse.-18.60%
NEW ZEALAND DOLLAR / US DOLLAR (NZD/USD) 0.34%0.63275 verzögerte Kurse.-7.99%
RIO TINTO PLC 0.36%5336 verzögerte Kurse.9.14%
Aktuelle Nachrichten "Märkte"
16.05.Gold steigt, da der Rückgang der US-Renditen den Einfluss des Dollars lockert
MR
16.05.Aktien Europa Schluss: Konjunkturdaten aus China und USA belasten
DP
16.05.Aktien Schweiz Schluss: Etwas höher - Schwergewichte verhelfen SMI zu Gewinn
AW
16.05.MÄRKTE USA/Zurückhaltung dominiert an der Wall Street
DJ
16.05.Aktien Osteuropa Schluss: Ohne klare Richtung
DP
16.05.AKTIEN WIEN SCHLUSS : Gewinne - Versorgertitel gesucht
DP
16.05.Aktien Frankfurt Schluss: Rezessionssorgen machen Dax zu schaffen
DP
16.05.XETRA-SCHLUSS/DAX verpatzt Start in die Woche - Sommerloch droht
DJ
16.05.Aktien Schweiz schließen etwas fester - Holcim-Aktie mit Abgaben
DJ
16.05.Fabrikaktivitäten im Bundesstaat New York brechen im Mai erneut ein; Preisdruck lässt nach
MR
Aktuelle Nachrichten "Märkte"