Automobilbranche besonders betroffen
Insbesondere Automobilhersteller reagierten prompt: Autins Group aus Großbritannien verschob am 29. April ihre Prognose und verwies auf die marktverzerrenden Effekte der Zölle. Der US-Nutzfahrzeugmotorenhersteller Cummins zog am 5. Mai seine Jahresprognose zurück.
Ford setzte ebenfalls am 5. Mai seinen Jahresausblick aus und warnte davor, dass die Zölle das bereinigte EBIT um rund 1,5 Milliarden US-Dollar belasten würden. General Motors kassierte am 29. April seinen Ausblick für 2025 und senkte zwei Tage später trotz solider Quartalszahlen die Gewinnprognose. Zudem verschob das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm über 2 Milliarden Dollar auf unbestimmte Zeit.
Auch Mercedes-Benz gab am 30. April keine Gewinnprognose mehr ab – nach einem deutlichen Gewinnrückgang im ersten Quartal. Der schwedische Elektroautohersteller Polestar, an der US-Börse notiert, setzte seine Jahresprognose am selben Tag aus – mit Blick auf mögliche Zollfolgen.
Stellantis, ein transatlantischer Konzern mit französischen, italienischen und amerikanischen Wurzeln, strich am 30. April seine Erholungserwartungen nach einem schwachen Jahr 2024 und kündigte eine Überprüfung der Investitionspläne an. Volvo Cars, stark US-exponiert, kündigte am 29. April einen Umbau seines US-Geschäfts sowie Einsparungen in Höhe von 18 Milliarden Schwedischen Kronen (ca. 1,9 Mrd. USD) an und zog seine Prognosen für die nächsten zwei Jahre zurück.
Auch Fluggesellschaften in der Defensive
Die Luftfahrtbranche blieb nicht verschont. Alaska Air Group nahm am 23. April ihre Jahresprognose zurück und verwies auf makroökonomische Belastungen. American Airlines folgte tags darauf, JetBlue Airways am 29. April – beide begründeten ihre Entscheidung mit zu großer Unsicherheit bezüglich der Reisedynamik.
Delta Air Lines hatte bereits am 9. April seinen Ausblick für 2025 gestrichen und dabei eine deutliche Abkühlung der Reiselust konstatiert. Frontier Group folgte am 11. April mit dem Rückzug der Jahresprognose und warnte vor einem Verlust im ersten Quartal. Southwest Airlines suspendierte ihren finanziellen Ausblick am 23. April.
Gesundheitswesen spürt zunehmenden Druck
Im Gesundheitssektor zog der US-Medizingerätehersteller Belluscura am 8. April seine Prognose zurück – mit Verweis auf China-bezogene Zollbelastungen. UnitedHealth Group setzte wegen steigender medizinischer Kosten ihre Jahresprognose aus; CEO Andrew Witty trat am 13. Mai zurück.
Konsum- und Einzelhandelswerte schrauben Erwartungen zurück
Auch zahlreiche Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen verzichten derzeit auf Ausblicke. American Eagle Outfitters zog seine Jahresprognose am 13. Mai zurück und begründete dies mit den wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Zollpolitik. Beyond Meat tat dies bereits am 7. Mai und verwies auf schwache US-Nachfrage und volatile Rahmenbedingungen.
Der britische Spielwarenkonzern Character Group verzichtete am 11. April auf seinen Jahresausblick und verwies auf die absehbaren Auswirkungen der Zölle im zweiten Halbjahr. Crocs zog am 8. Mai seine 2025-Prognose zurück, ebenso wie Deckers Outdoor (Hersteller von UGG-Stiefeln), der am 22. Mai auf einen Ausblick verzichtete.
Krispy Kreme strich am 8. Mai seine Jahresprognose mit Verweis auf schwache Nachfrage und Verzögerungen bei der Kooperation mit McDonald’s. Diageo hatte bereits am 4. Februar seine mittelfristige Wachstumsprognose zurückgezogen – angesichts sinkender Nachfrage und politischer Unsicherheiten im Handel.
Der schweizerisch-amerikanische Peripheriehersteller Logitech annullierte am 10. April seinen Ausblick für 2026, beließ es jedoch bei der Prognose für 2025. Masco Corp zog am 23. April die Gewinnprognose zurück, nachdem das Unternehmen die Erwartungen im ersten Quartal verfehlt hatte.
Mattel, Hersteller der Barbie-Puppen, nahm am 5. Mai die Jahresziele zurück und kündigte Preiserhöhungen in den USA an, um gestiegene Inputkosten auszugleichen. Auch Ross Stores ließ am 22. Mai seine Prognose für das Geschäftsjahr 2025 fallen – aus Sorge vor Profitabilitätsverlusten infolge der Zollpolitik.
Die Schuhmarke Skechers kappte am 24. April ihren Ausblick und verwies auf die erratische Handelspolitik. Spectrum Brands erklärte am 9. Mai, dass es aufgrund mangelnder Visibilität keine Prognose für 2025 mehr geben werde. Der kanadische Spielwarenhersteller Spin Master setzte am 29. April seinen Ausblick aus – in der Hoffnung auf Marktstabilisierung. Auch der US-Schuhhersteller Steven Madden zog am 7. Mai seine Jahresprognose zurück.
Technologie- und Dienstleistungssektoren zeigen Zurückhaltung
Unter den Technologiewerten meldete der britische Halbleiterentwickler AlphaWave IP Group am 17. April, dass man aufgrund weltwirtschaftlicher Instabilität – ausgelöst durch Zölle – keine Prognose für 2025 abgeben könne. Arm Holdings verzichtete am 8. Mai ebenfalls auf eine Jahresprognose und verwies auf die unklare Datenlage.
Der US-Verpackungsspezialist Avery Dennison strich am 23. April seine Jahresprognose und kündigte an, künftig nur noch Quartalsziele auszugeben. Der britische Personalvermittler PageGroup verzichtete am 9. April in seinem Quartalsbericht auf eine Prognose mit dem Hinweis auf „zunehmend unvorhersehbare Rahmenbedingungen“.


















