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Russische Zentralbank mit stärkster Zinsanhebung seit 2014

23.07.2021 | 15:26
ARCHIV: Elvira Nabiullina, Gouverneurin der russischen Zentralbank, spricht während einer Pressekonferenz in Moskau, Russland, 13. Dezember 2019. REUTERS/Shamil Zhumatov

Moskau (Reuters) - Die russische Zentralbank hebt angesichts der hartnäckigen hohen Inflation ihren Leitzins so deutlich an wie seit 2014 nicht mehr.

Der Satz steigt von 5,5 auf 6,5 Prozent, wie die Notenbank am Freitag in Moskau ankündigte. Die Währungshüter rechnen in diesem Jahr mit einer Teuerungsrate zwischen 5,7 und 6,2 Prozent, 2022 dann von 4,0 bis 4,5 Prozent. "Wir dürfen uns nicht mit erhöhten Inflationserwartungen abfinden, damit sie sich nicht auf diesem hohen Niveau verankern", sagte Notenbankchefin Elwira Nabiullina zur Begründung. Eigentlich strebt die Zentralbank eine Inflation von vier Prozent an. Sie behielt sich deshalb weitere Zinserhöhungen vor. "Derzeit sehen wir den Leitzins im nächsten Jahr im Bereich von sechs bis sieben Prozent", sagte Nabiullina.

Höhere Zinsen machen Kredite für Investitionen und Konsum teurer, was die Inflation dämpfen kann. Zudem wird Sparen dadurch attraktiver, was ebenfalls den Preisauftrieb vermindern kann. Auch die Landeswährung Rubel wird dadurch gestützt, was Importe günstiger werden lassen kann. Allerdings können höhere Zinsen auch den Aufschwung dämpfen. "Unsere Politik wird den wirtschaftlichen Wachstumsraten nicht schaden", sicherte die Zentralbankchefin zu. Ihr zufolge hat die russische Wirtschaft bereits im abgelaufenen zweiten Quartal ihr Vor-Corona-Niveau wieder erreicht. Für das Gesamtjahr rechnet sie mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 4,0 bis 4,5 Prozent. Die Geldpolitik schiebe die Konjunktur weiterhin an, hieß es.

Die hohe Inflation drückt auf den Lebensstandard vieler Russen. Sie ist eine der Hauptsorgen der Haushalte vor den Parlamentswahlen im September, bei denen die Regierungspartei Einiges Russland" voraussichtlich ihre Dominanz behalten wird. "Eine gute Getreideernte könnte für einen stärkeren Rückgang der Lebensmittelpreise sorgen", sagte Nabiullina.


© Reuters 2021
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