MÜNCHEN (dpa-AFX) - 'Münchner Merkur' zu Wirtschaftsweise:

Es fällt schwer, in der Intrige gegen Veronika Grimm etwas anderes zu sehen als den Versuch, eine missliebige Wirtschaftsprofessorin loszuwerden. Ihr Hauptvergehen besteht offenbar darin, dass sie für die Beibehaltung der Schuldenbremse eintritt, die zwei der drei Ampelparteien so sehr hassen. Die Begründung, Grimm solle als künftige Aufsichtsrätin von Siemens Energy Interessenskonflikte vermeiden, wirkt vorgeschoben, zumal Grimm nicht die erste Wirtschaftsweise mit einem Aufsichtsratsmandat wäre und etwas mehr Praxisbezug manchen der Professorinnen und Professoren sicher ganz guttäte. Besser wäre es, die Weisen würden die Souveränität aufbringen, eine abweichende Meinung in ihrem Gremium zu ertragen. Dasselbe gilt für die Ampelregierung. Doch für so viel Größe die Koalition ist schon so waidwund./yyzz/DP/mis