Tuscaloosa (Reuters) - Die ehemalige UN-Botschafterin Nikki Haley und der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis stehen am Mittwoch im Mittelpunkt der republikanischen Präsidentschaftsdebatte in Alabama.

Die beiden Konkurrenten wetteiferten darum, sich als Hauptalternative zum abwesenden Ex-Präsidenten Donald Trump zu präsentieren, der in den Umfragen vor der Nominierung der Republikaner am 15. Januar in Iowa weiterhin mit großem Abstand führt. Persönliche Angriffe und Themen wie der Ukraine-Krieg, der Israel-Hamas-Konflikt und die Situation an der Südgrenze der USA prägten die Debatte. Auch der Tech-Unternehmer Vivek Ramaswamy und der ehemalige Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, warben um die Gunst der republikanischen Wähler.

DeSantis griff Haley scharf an, um ihre wachsende Unterstützung vor der Nominierung der republikanischen Nominierung für die Präsidentschaftskandidatur zu bremsen. "Sie knickt ein, wenn die Linke hinter ihr her ist, wenn die Medien hinter ihr her sind", sagte DeSantis bei dem Versuch zu erklären, warum die Wähler ihn trotz Trumps Dominanz unterstützen sollten. Er verwies unter anderem auf das von ihm in Florida verabschiedete Gesetz, das Transgender-Jugendlichen die medizinische Versorgung zur Geschlechtsumwandlung verbietet.

Auch Ramaswamy, ein enger Verbündeter Trumps, kritisierte Haley. Er bezeichnete sie als "korrupt" und "faschistisch", weil sie Geld mit Reden verdiene und im Aufsichtsrat von Boeing sitze. "Ich liebe die Aufmerksamkeit, Leute", entgegnete sie. Ihre Konkurrenten seien nur neidisch, weil sie im Gegensatz zu ihnen auf die Unterstützung von Großspendern zählen könne. In aktuellen Umfragen liegt DeSantis knapp vorn, doch Haley holt in Staaten wie New Hampshire und South Carolina auf.

Der harte Schlagabtausch hatte zur Folge, dass Trump weitgehend ungeschoren davonkam - abgesehen von den Angriffen Christies, der die Kritik an Trump in den Mittelpunkt seines Wahlkampfes stellte. "Ich habe hier diese drei Leute, die alle mit Voldemort - dem, der nicht genannt werden darf - zu konkurrieren scheinen", sagte Christie in Anspielung auf den unaussprechlichen Bösewicht aus den Harry-Potter-Büchern. "Sie wollen einfach nicht über ihn reden." Als Antwort auf Trumps Bemerkung in einem Interview mit Fox News am Dienstag, er werde "nur am ersten Tag" seiner Wiederwahl zum Diktator, sagte Christie, Trump sei "ungeeignet" für das Amt. Dafür erntete er Buhrufe aus dem konservativen Publikum.

Wie bei den ersten drei Debatten ließ der ehemalige Präsident, der in den meisten Umfragen mit mehr als 40 Prozentpunkten führt, die Veranstaltung am Mittwoch aus und nahm stattdessen an einer Wohltätigkeitsveranstaltung in seinem Heimatstaat Florida teil.

(Bericht von Gram Slattery, geschrieben von Katharina Loesche. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)