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MÄRKTE USA/Günstiges Umfeld treibt Wall Street auf Rekordhöhen

29.04.2021 | 16:09

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Wall Street startet am Donnerstag freundlich und marschiert auf neue Rekordhöhen. S&P-500 und die wichtigsten Nasdaq-Indizes erklimmen Allzeithochs. Dabei zeigt der US-Aktienmarkt ein bekanntes Muster, wonach US-Notenbankentscheidungen oft erst am nächsten Tag Wirkung entfalten. Die Fed hatte am Vorabend ihre extrem lockere Geldpolitik erneut bestätigt und zugleich den Willen bekräftigt, diese bis auf Weiteres beizubehalten. Damit fuhr sie Zweiflern in die Parade, die angesichts der Inflationsentwicklung mit Signalen einer baldigen Straffung gerechnet hatten. Verstummen wollen diese gleichwohl nicht.

Doch der Markt atmet zunächst auf - auch weil US-Präsident Joe Biden zwar Steuererhöhungen noch einmal bekräftigte, in seiner Rede zur Lage der Nation aber vor allem die Schaffung von Arbeitsplätzen und billionenschwere Wirtschaftsstimuli betonte. Ein exzellenter Geschäftsausweis von Apple trägt ebenfalls zur guten Stimmung bei. Der Technologiegigant hat auf ganzer Linie überzeugt. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,4 Prozent auf 33.960 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legen um 0,6 bzw. 0,4 Prozent zu.

"In diesem Umfeld ist es sehr schwer, bärisch zu sein", bringt es Investmentstratege Gregory Perdon von Arbuthnot Latham auf den Punkt. "Man lässt die Wirtschaft heiß laufen", ergänzt er etwas überrascht. Geldpolitische Straffungen seien kurzfristig offenbar kein Thema. Dass die US-Wirtschaft aktuell noch nicht heiß läuft, zeigen wöchentliche Arbeitsmarkt- und BIP-Daten für das erste Quartal. Beide Datenreihen fallen sehr positiv aus, gleichwohl hatte der Markt jeweils etwas mehr erhofft.

   Neben Apple ziehen auch Facebook mächtig an 

Parallel zu Apple (+1,3%) liefern weitere Unternehmen Einblicke in die Geschäftsentwicklung - so der Chiphersteller Qualcomm (+5,6%) mit guten Quartalszahlen und einem starken Ausblick. Facebook (+6,4%) hat im ersten Quartal erneut den Umsatz und den Gewinn deutlich gesteigert und die Markterwartungen übertroffen. Die Ebay-Aktie (-11%) wird für einen enttäuschenden Ausblick abgestraft, auch wenn der Online-Marktplatz im ersten Quartal etwas besser abschnitt als geschätzt.

Ebenfalls nach Quartalszahlen gibt die Ford-Aktie um 8,9 Prozent nach. Zwar fiel der Nettogewinn so hoch aus wie seit Jahren nicht, allerdings warnte Ford vor negativen Folgen der Chipknappheit für das eigene Geschäft.

Eine höhere Nachfrage hat dem Baumaschinenhersteller Caterpillar (-1,4%) im ersten Quartal einen Umsatz- und Gewinnanstieg beschert - bei übertroffenen Marktprognosen. Allerdings warnt auch Caterpillar vor Engpässen in der Lieferkette. Der Lebensmittelkonzern Kraft Heinz (+2,4%) weiß ebenfalls zu gefallen mit seinen Quartalszahlen. Das gilt auch für die Fastfood-Kette McDonald's (+0,5%), die im Auftaktquartal die Markterwartungen geschlagen hat.

Der Fleischverarbeiter Pilgrim's Pride (-5%) übertraf mit dem Quartalsgewinn die Erwartungen, beim Umsatz reichte es aber "nur" zum Treffen der Prognosen. O'Reilly Automotive (+2,2%) schlug die Analystenschätzungen in Gänze. Gut kommt auch der Geschäftsausweis von Align Technology (+11,1%) an. Die Biopharmagesellschaft Moderna (+2,6%) will ihren Corona-Impfstoffproduktion verdreifachen.

   Fed drückt Dollar 

Mit der taubenhaft gestimmten US-Notenbank gerät der US-Dollar zunächst unter Druck. Dollar-Bullen habe sie den Wind aus den Segeln genommen, heißt es. Der Euro verliert aber im Anschluss an die guten US-Daten den Löwenanteil seiner Aufschläge und zieht mit der Schwäche des Greenbacks auf 1,2105 Dollar nach Wechselkursen klar unter 1,21 am Vortag an. Im Tageshoch hatte der Euro aber schon einen halben Cent höher gestanden.

Dass die Fed noch immer nicht alle Mahner ruhig stellen kann, verdeutlicht der Rentenmarkt, wo die Notierungen mit steigenden Konjunkturerwartungen fallen und die Renditen mit wachsenden Inflationssorgen steigen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gewinnt über 6 Basispunkte auf 1,68 Prozent. Das wichtige Inflationsmaß PCE-Deflator lag im ersten Quartal annualisiert in der Kernrate mit 2,3 Prozent klar über dem langfristigen Ziel der Fed von 2 Prozent.

Gold verliert an Glanz - gedrückt durch steigende Marktzinsen. Das World Gold Council spricht angesichts gestiegener Renditen von einem Nachfrage-Einbruch von 71 Prozent im ersten Quartal. Betroffen seinen in erster Linie Gold-ETF.

Erdöl verteuert sich dank Dollar-Schwäche und steigendem Konjunkturoptimismus in den USA deutlich - befeuert von den guten Wirtschaftsdaten. Zudem hatte die Regierung am Vortag deutlich gesunkene Benzin- und Dieselvorräte gemeldet. Dieser Umstand spreche für eine steigende Nachfrage, heißt es.

=== 
INDEX                 zuletzt      +/- %       absolut      +/- % YTD 
DJIA                33.959,92       0,41        139,54          10,96 
S&P-500              4.207,89       0,59         24,71          12,03 
Nasdaq-Comp.        14.107,69       0,40         56,66           9,46 
Nasdaq-100          13.979,01       0,56         77,39           8,46 
 
US-Anleihen 
Laufzeit              Rendite   Bp zu VT    Rendite VT      +/-Bp YTD 
2 Jahre                  0,17        1,2          0,16            5,5 
5 Jahre                  0,90        4,7          0,85           53,8 
7 Jahre                  1,36        6,1          1,30           71,4 
10 Jahre                 1,67        6,1          1,61           75,5 
30 Jahre                 2,35        5,9          2,29           70,0 
 
DEVISEN               zuletzt      +/- %  Do, 8:15 Uhr  Mi, 17:34 Uhr   % YTD 
EUR/USD                1,2107     -0,15%        1,2133         1,2099   -0,9% 
EUR/JPY                132,22     +0,40%        131,84         131,62   +4,9% 
EUR/CHF                1,1027     -0,01%        1,1038         1,1037   +2,0% 
EUR/GBP                0,8679     -0,23%        0,8692         0,8694   -2,8% 
USD/JPY                109,21     +0,55%        108,69         108,79   +5,7% 
GBP/USD                1,3948     +0,07%        1,3955         1,3919   +2,1% 
USD/CNH (Offshore)     6,4716     -0,08%        6,4678         6,4748   -0,5% 
Bitcoin 
BTC/USD             53.601,76     -2,31%     54.293,76      54.443,50  +84,5% 
 
ROHÖL                 zuletzt  VT-Settl.         +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex               65,30      63,86         +2,3%           1,44  +34,3% 
Brent/ICE               68,67      67,27         +2,1%           1,40  +33,1% 
 
METALLE               zuletzt     Vortag         +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)          1.761,30   1.780,90         -1,1%         -19,60   -7,2% 
Silber (Spot)           25,93      26,18         -1,0%          -0,25   -1,8% 
Platin (Spot)        1.195,30   1.221,50         -2,1%         -26,20  +11,7% 
Kupfer-Future            4,51       4,50         +0,3%          +0,01  +28,0% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/ros

(END) Dow Jones Newswires

April 29, 2021 10:08 ET (14:08 GMT)

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
ALIGN TECHNOLOGY, INC. -0.94%605.77 verzögerte Kurse.13.36%
APPLE INC. 2.46%130.48 verzögerte Kurse.-1.67%
CATERPILLAR INC. -0.77%219.01 verzögerte Kurse.21.25%
DJ INDUSTRIAL -0.25%34393.75 verzögerte Kurse.12.65%
EBAY INC. -1.85%65.89 verzögerte Kurse.31.12%
FACEBOOK INC 1.66%336.77 verzögerte Kurse.23.29%
FORD MOTOR COMPANY -2.68%14.87 verzögerte Kurse.69.17%
MCDONALD'S CORPORATION 0.02%236.98 verzögerte Kurse.10.44%
MODERNA, INC. -5.23%207.41 verzögerte Kurse.98.54%
NASDAQ 100 0.93%14128.196688 verzögerte Kurse.8.61%
O'REILLY AUTOMOTIVE, INC -0.44%532.42 verzögerte Kurse.17.64%
PILGRIM'S PRIDE CORPORATION 0.26%23.14 verzögerte Kurse.18.00%
QUALCOMM, INC. 2.00%137.31 verzögerte Kurse.-11.63%
THE KRAFT HEINZ COMPANY -1.38%42.82 verzögerte Kurse.23.54%
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