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MÄRKTE EUROPA/Knapp behauptet - Starke Unternehmensdaten stützen

27.10.2021 | 10:05

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach den kräftigen Aufschlägen des Vortages kommt es am Mittwoch zu einer knapp behaupteten Eröffnung an den europäischen Aktienbörsen. Der DAX gibt im frühen Handel um 0,2 Prozent auf 15.720 Punkte nach. Der Euro-Stoxx-50 steht mit 4.222 Punkten geringfügig unter dem Schlussstand vom Dienstag. Damit können die Indizes die jüngsten Gewinne mehr oder weniger verteidigen. Stärkere Rücksetzer werden vor allem von der starken Berichtssaison verhindert.

Am Morgen haben unter anderem Puma, Deutsche Bank, Scor, Schneider Electric, Santander und BASF gute Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Und an Wall Street haben nachbörslich unter anderem Alphabet und Microsoft überzeugende Geschäftszahlen geliefert. "Damit drückt die gute Berichtssaison die Inflationsgefahren und die Lieferkettenprobleme erst einmal in den Hintergrund", so ein Händler.

Im Handel sieht man gute Chancen, dass das bisherige Allzeithoch des DAX bei 16.030 bald fallen wird. Einen möglicher Treiber könnte die geldpolitische Entscheidung der EZB am Donnerstag bilden. Analysten gehen davon aus, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde den aktuellen Zinserhöhungsfantasien am Markt den Wind aus den Segeln nehmen werde. Die Finanzmärkte haben damit begonnen, eine erste Zinserhöhung für das kommende Jahr einzupreisen.

   Puma nach Zahlen sehr fest - Scor schießen nach oben 

Gewinner Nummer eins im DAX sind zunächst Puma. Der Kurs steigt um 2,2 Prozent. Sowohl bei Umsatz als auch Ergebnis wurden die Marktschätzungen geschlagen. Das Unternehmen hat daneben die Ziele für das laufende Jahr erhöht. Aus Marktsicht ist das allerdings keine große Sache. Puma rechnet nun mit einem EBIT zwischen 450 und 500 Millionen Euro nach 400 bis 500 Millionen. Die aktuelle Marktschätzung liegt aber bereits bei 503 Millionen Euro. Puma sieht das Umsatzwachstum nun mindestens bei 25 Prozent, was in etwa der Konsenserwartung entspricht.

Scor schießen gleich um 8,2 Prozent nach oben. Der Rückversicherer hat den Nettogewinn in den ersten drei Quartalen mehr als verdoppelt. Die Belastung durch Naturkatastrophen war vergleichsweise gering. Nun will der Konzern eigene Aktien zurückkaufen. Die hohe Dividendenrendite von 8 Prozent mache die Aktien attraktiv, heißt es im Handel.

In Paris gewinnen Schneider Electric nach Zahlenausweis 1,7 Prozent. Sowohl der Umsatz als auch das organische Wachstum haben sich leicht besser entwickelt als prognostiziert. Den Ausblick hat der Industriekonzern bestätigt. Die Lieferkettenprobleme hätten offensichtlich einen geringeren Einfluss als zuletzt bei ABB gehabt, heißt es in einem Kommentar der Citigroup. Im Windschatten steigen Siemens um weitere 0,6 Prozent.

   Deutsche Bank trotz guter Zahlen schwach 

Dagegen fallen Deutsche Bank trotz gutem Zahlenausweis um 4,8 Prozent. Im Handel heißt es, dass die Geschäftszahlen wohl bereits in dem Papier eingepreist gewesen seien. Ähnlich äußert sich auch die Citigroup: Es habe den Anschein, als ob die Konsensschätzungen die starken Geschäftszahlen der US-Banken noch nicht berücksichtigt hätten.

Sowohl die Erträge als auch das Nachsteuerergebnis liegen klar über den Schätzungen. Sehr stark hat sich das Investmentbankinggeschäft entwickelt. Hier belaufen sich die Erträge auf 2,227 Milliarden Euro - erwartet worden waren nur 2,078 Milliarden. Die Risikovorsorge fiel derweil geringer als prognostiziert aus. Überzeugend ist auch die Rendite auf das materielle Eigenkapital ausgefallen mit 1,5 Prozent, während die Schätzung lediglich bei 1,1 Prozent gelegen hat.

Auch Santander geben deutlich um 2,7 Prozent nach, obwohl sich die positive Entwicklung im dritten Quartal fortgesetzt hat. Die Einnahmen von 11,93 Milliarden Euro liegen über der Marktschätzung von 11,6 Milliarden. Auch das Nettoergebnis ist mit 2,17 Milliarden Euro über der Schätzung von 2,03 Milliarden ausgefallen. Die spanische Bank ist zuversichtlich, das Gewinnziel im laufenden Jahr zu übertreffen.

   BASF erhöht Prognose - und Beiersdorf kommt in DAX 

BASF hat die Prognose für den operativen Gewinn nach oben genommen. Der Chemiekonzern rechnet auf EBIT-Basis nun mit einem Gewinn von 7,5 bis 8 Milliarden Euro, bisher war er von 7 bis 7,5 Milliarden ausgegangen. Auch die Umsatzprognose hat BASF erhöht. Der Kurs notiert kaum verändert.

Daneben stehen in der Chemiebranche auch Covestro im Blick. Denn Goldman Sachs sieht Covestro laut Händlern als mögliches Übernahmeziel und hat das Kursziel auf 90 Euro erhöht. Der Schlusskurs lag bei 56,34 Euro. Er steigt nun um 1,3 Prozent auf 57,10 Euro.

Beiersdorf gewinnen 0,5 Prozent. Die Aktien ersetzen am Donnerstagabend zum Schlusskurs Deutsche Wohnen im DAX. Wie die Deutsche Börse mitgeteilt hat, ist der Streubesitz der Deutsche Wohnen unter 10 Prozent gesunken. Grund ist die Übernahme durch Vonovia.

K+S erholen sich nach dem jüngsten Rücksetzer um 3,3 Prozent auf 13,78 Euro. Laut Händlern sehen die Analysten von Kepler in dem Rücksetzer eine Einstiegsgelegenheit. Wie es am Markt heißt, hat Kepler das Kursziel auf 28 von 22 Euro erhöht.

=== 
Aktienindex              zuletzt      +/- %        absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           4.224,06      +0,0%           0,09     +18,9% 
Stoxx-50                3.666,50      -0,1%          -4,70     +18,0% 
DAX                    15.726,76      -0,2%         -30,30     +14,6% 
MDAX                   35.152,81      +0,1%          46,51     +14,2% 
TecDAX                  3.841,08      -0,2%          -5,98     +19,6% 
SDAX                   17.091,00      +0,2%          33,55     +15,8% 
FTSE                    7.270,68      -0,1%          -6,94     +12,6% 
CAC                     6.766,66      +0,0%           0,15     +21,9% 
 
Rentenmarkt              zuletzt                   absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite      -0,13                     -0,01      +0,45 
US-Zehnjahresrendite        1,62                     +0,01      +0,70 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %  Mi., 8:22 Uhr  Di, 17:30    % YTD 
EUR/USD                   1,1605      +0,1%         1,1602     1,1594    -5,0% 
EUR/JPY                   131,99      -0,3%         132,28     132,43    +4,7% 
EUR/CHF                   1,0652      -0,1%         1,0664     1,0669    -1,5% 
EUR/GBP                   0,8438      +0,2%         0,8428     0,8412    -5,5% 
USD/JPY                   113,74      -0,4%         114,04     114,23   +10,1% 
GBP/USD                   1,3755      -0,1%         1,3762     1,3784    +0,7% 
USD/CNH (Offshore)        6,3838      +0,1%         6,3823     6,3785    -1,8% 
Bitcoin 
BTC/USD                58.844,01      -3,1%      60.936,01  62.098,01  +102,6% 
 
ROHÖL                    zuletzt  VT-Settl.          +/- %    +/- USD    % YTD 
WTI/Nymex                  83,30      84,65          -1,6%      -1,35   +74,7% 
Brent/ICE                  85,30      86,40          -1,3%      -1,10   +68,2% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag          +/- %    +/- USD    % YTD 
Gold (Spot)             1.787,58   1.792,91          -0,3%      -5,33    -5,8% 
Silber (Spot)              23,98      24,16          -0,8%      -0,19    -9,2% 
Platin (Spot)           1.019,55   1.032,03          -1,2%     -12,48    -4,8% 
Kupfer-Future               4,44       4,49          -1,0%      -0,05   +26,0% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/flf

(END) Dow Jones Newswires

October 27, 2021 04:04 ET (08:04 GMT)

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
BANCO SANTANDER, S.A. 2.62%2.822 verzögerte Kurse.11.19%
BASF SE 2.38%59.26 verzögerte Kurse.-8.44%
BEIERSDORF AG 0.32%88.5 verzögerte Kurse.-6.29%
DEUTSCHE BANK AG 2.12%10.886 verzögerte Kurse.21.64%
DEUTSCHE WOHNEN SE 1.67%40.27 verzögerte Kurse.-7.83%
K+S AG 2.36%15.38 verzögerte Kurse.97.48%
PUMA SE 1.36%108.2 verzögerte Kurse.17.25%
SCHNEIDER ELECTRIC SE 4.19%162.76 Realtime Kurse.37.58%
SCOR SE -0.50%27.65 Realtime Kurse.4.66%
SIEMENS AG 4.77%148.02 verzögerte Kurse.25.95%
VONOVIA SE -0.31%48.85 verzögerte Kurse.-12.73%
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