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Kreise: RBB-Rundfunkrat tagt früher zur Vertragsauflösung von Schlesinger

11.08.2022 | 18:35

BERLIN/POTSDAM (dpa-AFX) - Der Rundfunkrat des ARD-Senders RBB will sich nach dpa-Informationen früher als geplant treffen, um über die Vertragsauflösung der zurückgetretenen Intendantin Patricia Schlesinger zu beraten. Den Informationen zufolge kommt das Gremium bereits am Montag (15. August, 16.00 Uhr) und nicht wie zunächst geplant am Folgetag Dienstag zu einer Sondersitzung zusammen. Zu den Gründen für die Verschiebung wurde nichts bekannt.

Das Kontrollgremium des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) hatte am Montag die Sondersitzung angekündigt. Am Sonntag hatte Schlesinger ihren Rückzug von der RBB-Spitze bekanntgemacht. Bereits am Donnerstag vor einer Woche war sie als ARD-Chefin zurückgetreten.

Das Online-Medium "Business Insider" hatte den ganzen Fall Ende Juni ins Rollen gebracht. Es geht um die Frage, ob die Senderchefin und der Senderchefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf miteinander einen zu laxen Umgang bei der möglichen Kollision von Interessen gepflegt haben könnten. Beide wiesen Vorwürfe zurück. Derzeit läuft eine externe Untersuchung einer Anwaltskanzlei. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Inzwischen führt zudem die Generalstaatsanwaltschaft in Berlin das Ermittlungsverfahren gegen Schlesinger, ihren Ehemann sowie Wolf wegen des Verdachts auf Untreue und Vorteilsannahme.

Die bislang ungeklärten Vorwürfe reichen von fragwürdigen Beraterverträgen zu einem inzwischen auf Eis gelegten RBB-Bauprojekt, einer großen Gehaltserhöhung für Schlesinger auf gut 300 000 Euro bis zu einem zusätzlichen Boni-System. Außerdem geht es um Essen mit "Multiplikatoren" auf RBB-Kosten in ihrer Privatwohnung und einen luxuriösen Dienstwagen mit Massagesitzen, für den es einen sehr hohen Rabatt gegeben haben soll. Schlesingers Ehemann bekam auch Aufträge von der landeseigenen Messe Berlin, bei der Wolf auch Chefkontrolleur ist. Zudem brachte der "Spiegel" zuletzt eine London-Reise der Senderchefin ins Spiel - der Sender kommentierte den Bericht nicht./rin/DP/stw


© dpa-AFX 2022
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