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Hüther (IW) warnt vor langjähriger Stagflation in Europa

23.01.2022 | 16:15

BERLIN (Dow Jones)--Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW), warnt vor einer langjährigen Stagflation in Europa - einer Phase wirtschaftlicher Stagnation bei gleichzeitiger hoher Inflation. "Europa droht eine Stagflation, wenn die Politik nicht aufpasst. Ich rede hier nicht über dieses oder kommendes Jahr, sondern weit in das Jahrzehnt hinein, das vor uns liegt", sagte Hüther im Gespräch mit der Zeitung Welt. Eine längere Phase der Stagflation sei eine reale Gefahr.

Der Ökonom warnt im Gespräch mit der Zeitung davor, dass die ambitionierten Klimapolitiken der EU und der Bundesregierung, die auf permanent steigende CO2-Preise setzen, in den kommenden Jahren die Inflation treiben werden. "Wenn die Politik die deutschen Klimaziele und die der EU ernst nimmt, dann muss der CO2-Preis, das zentrale Steuerungselement, in den nächsten Jahren steigen. Und zwar relativ schnell. Die Preise für fossile Energie werden langfristig weiter steigen, das ist sicher," so Hüther. Hinzu kämen mit dem Fachkräftemangel und steigenden Löhnen weitere Preistreiber. Steigende Löhne und Preise könnten sich dabei immer weiter aufschaukeln.

Hüther warnte vor einer Situation wie in den 70er Jahren. "Damals haben die Automation und der Ölpreisschock für Entlassungen und Pleiten und so dauerhafte Arbeitslosigkeit gesorgt. Das kann jetzt wieder passieren, zumal die Alterung und Schrumpfung der Erwerbsbevölkerung die Produktivität schwächt. Der steigende CO2-Preis wirkt wie der Ölpreis in den 70er-Jahren. Wenn die Politik nicht aufpasst und die Unternehmen überfordert, gleiten wir von einem Goldenen Jahrzehnt in ein sehr trübes Jahrzehnt."

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/cln

(END) Dow Jones Newswires

January 23, 2022 10:14 ET (15:14 GMT)

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