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HINTERGRUND/Globaler Logistikstau verschiebt sich nach Shenzhen

11.06.2021 | 17:45

Von Stella Yifan Xie in Hong Kong, Costas Paris in New York und Stephanie Yang in Taipei

HONGKONG (Dow Jones)--Ein Covid-19-Ausbruch in Yantian, einem der meistbefahrenen Häfen der Welt in Südchina, hat global zu Verzögerungen in der Schifffahrt geführt, während Infektionen an Schlüsselpunkten der Halbleiter-Lieferkette in Taiwan und Malaysia eine globale Chip-Knappheit verschlimmern, die die Produktion in der Auto- und Technologie-Industrie bremst. Dies verstärkt die Inflationssorgen, nachdem China und die USA in dieser Woche die größten jährlichen Sprünge bei den Fabrik- bzw. Verbraucherpreisen seit mehr als einem Jahrzehnt verzeichneten. Wenn solche Probleme anhalten - und sich verschlimmern -, könnten sie die Erholung nach der Pandemie gefährden.

   Neue Welle Covid-19-Cluster in mehreren asiatischen Ländern 

Lange konnten China, Taiwan und viele andere Teile Asiens 2020 die Pandemie besser in Schach halten als die USA und Europa und den wirtschaftlichen Schaden begrenzen. Aber angesichts steigender Impfraten im Westen haben dortige Regierungen begonnen, die Restriktionen zurückzunehmen, und ihre Wirtschaft kommt in Schwung. In Asien hingegen hinken derzeit die Impfanstrengungen hinterher, und die Behörden haben die verschärften Grenzkontrollen weitgehend beibehalten, um das Virus draußen zu halten. Trotzdem hat sich Covid-19 verbreitet. Thailand wurde in den letzten zwei Monaten von der bislang schlimmsten Welle neuer Fälle heimgesucht. Vietnam - ein zunehmend beliebtes Produktionszentrum, das frühere Infektionswellen weitgehend vermieden hat - war ebenfalls betroffen.

"Dies kommt zu einer wirklich fragilen Zeit, in der wir gerade begonnen haben, die Erholung des Welthandels zu sehen", sagte Nick Marro, Analyst für globalen Handel bei der Economist Intelligence Unit in Hongkong.

   Rückstau im Hafen von Yantian belastet weltweit 

In Yantian, einem Containerhafen in der südchinesischen Stadt Shenzhen, hat ein Covid-19-Ausbruch unter den Hafenarbeitern den Verkehr praktisch zum Erliegen gebracht. Eine zusätzliche Belastung für die internationale Schifffahrtsindustrie, die bereits mit Containermangel und der wochenlangen Blockade des Suezkanals Anfang des Jahres zu kämpfen hat. Einige Schiffe mussten bis zu zwei Wochen warten, um ihre Ladung in Yantian zu übernehmen, wo nach Angaben von Maklern etwa 160.000 Container auf ihre Beladung warten. Der Preis für die Verschiffung eines 40-Fuß-Containers an die US-Westküste ist laut Freightos Baltic Index auf 6.341 US-Dollar gestiegen - ein Plus von 63 Prozent seit Jahresbeginn und mehr als das Dreifache des Preises vor einem Jahr.

Yantian hat im vergangenen Jahr fast 50 Prozent mehr Fracht umgeschlagen als Los Angeles - der belebteste US-Containerhafen - und im ersten Quartal stieg das Containervolumen im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent. Derzeit liegt die Auslastung im Hafen, der mehr als 13 Millionen Container pro Jahr umschlägt, bei 30 Prozent des normalen Niveaus, und die Verzögerungen könnten mehrere Wochen andauern, sagt Hua Joo Tan, Analyst bei Liner Research Services in Singapur.

Lars Mikael Jensen, Leiter Network beim dänischen Schifffahrtsgiganten A.P. Moller-Maersk A/S, sagte, der Rückstau in Shenzhen werde sich weltweit bemerkbar machen und sich auf Waren auswirken, die bei Unternehmen wie Walmart und Home Depot verkauft werden, die in der Nähe des Hafens Logistikstützpunkte errichtet haben. "Es ist ein riesiger und sehr aktiver Hafen, und wenn es dort zu Verzögerungen kommt, hat das Auswirkungen auf die Lieferketten in der ganzen Welt", sagte Jensen, dessen Firma 40 Containerschiffe von Yantian zu anderen Häfen umleitet, darunter Hongkong. Die Blockade des Suezkanals habe eine Woche gedauert und es dauerte zehn Tage, um den Rückstau abzubauen, sagte er. "Hier ist kein Ende in Sicht. Die Chinesen werden alles geschlossen halten, bis sie sicher sind, dass sich Covid nicht ausbreitet."

   Covid-19 bei Chipherstellern in Taiwan und Malaysia 

Taiwan, das ein Fünftel der weltweiten Chipherstellungskapazitäten besitzt - einschließlich eines bedeutenden Anteils der in der Automobilindustrie verwendeten Chips - erlebt derzeit den schlimmsten Covid-19-Ausbruch seit Beginn der Pandemie.

Bei King Yuan Electronics Co, einem der größten Chip-Test- und Verpackungsunternehmen Taiwans, wurden in diesem Monat mehr als 200 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet. Weitere 2.000 Arbeiter wurden unter Quarantäne gestellt, der Umsatz reduzierte sich um etwa ein Drittel.

Andere Halbleiterfirmen in der Nähe kämpfen mit ihren eigenen Ausbrüchen, so Beamte in Taiwans Bezirk Miaoli, wo sich die jüngsten Ausbrüche konzentriert haben.

Malaysia, das eine Reihe von Fabriken in ausländischem Besitz beherbergt, die in der Herstellung von Chips, Kondensatoren und anderen wichtigen Modulen für Unterhaltungselektronik und Autos tätig sind, wird ebenfalls durch eine Welle von Covid-19-Fällen belastet. Durch die Lockdowns könnte die Produktion um 15 bis 40 Prozent geringer ausfallen, so die Malaysia Semiconductor Industry Association.

Infineon musste nach Aufforderung durch die Gesundheitsbehörden Anfang des Monats eine seiner zwei Fabriken schließen, was einige Chiplieferungen verzögerte. Die anderen Werke des Unternehmens sind hoch ausgelastet und nicht in der Lage, die Verzögerungen auszugleichen, sagt Unternehmenssprecher Gregor Rodehüser.

   Preiserhöhungen - aber Auswirkungen auf Außenhandel bisher begrenzt 

China hat eine Schlüsselrolle bei der Unterdrückung des globalen Inflationsdrucks gespielt, da die Hersteller das Wachstum der Inputkosten bisher weitgehend aufgefangen haben, sagte Shen Jianguang, Chefökonom der Finanzabteilung beim Online-Einzelhändler JD.com Inc. in Peking. Aber die jüngsten Störungen in den Häfen könnten sich weltweit in höheren Verbraucherpreisen niederschlagen.

In Shenzhens Heimatprovinz Guangdong, der bevölkerungsreichsten Provinz Chinas, die für etwa ein Zehntel der Wirtschaftsleistung des Landes verantwortlich ist, hat der Covid-19-Ausbruch einige Hersteller dort zu Preisanstiegen und vorübergehendem Produktionsstopp veranlasst, um eine weitere Erosion der Gewinnspannen zu vermeiden.

Die Kosten für den Versand in die USA sind gestiegen, werden von den meisten Kunden inzwischen getragen, einschließlich der Amazon-Verkäufer, sagt Zhu Guojin, Berater beim Logistikunternehmen Jizhi Supply Chain Service Yiwu Co. Im vergangenen Jahr hätten diese noch versucht, den Versand in der Hoffnung auf niedrigere Kosten aufzuschieben.

Den Außenhandel in Guangdong habe der coronabedingte Preisanstieg bisher nicht beeinträchtigt, sagte der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums, Gao Feng. Unter den rund 2.000 Exporteuren der Provinz hätten mehr als die Hälfte immer noch höhere Auftragseingänge als im Vorjahr. Auch Analyst Wang zeigte sich optimistisch, dass sich die Auswirkungen auf Taiwans Chip-Produktion als minimal erweisen werden.

   Lieferketten könnten erstmal weiter leiden - Frachtraten steigen 

Für die Lieferketten könnte die Situation sich erstmal verschlimmern, bevor sie sich bessert. Viele Länder wollen vorrangig ihre Covid-19-Fälle eliminieren, selbst wenn das kurzfristig die Wirtschaft schmerzt. "Wenn sie das nicht können, dann werden wir mit einer viel schwerwiegenderen Störung konfrontiert", sagte Patrick Chen, Leiter Taiwan-Research bei der Maklerfirma CLSA.

Allerdings gibt es auch Profiteure. In der Hoffnung auf einen anhaltenden Anstieg bei Containerschifffahrtsraten stiegen die Aktien mehrerer chinesischer Schifffahrtsunternehmen, darunter die der staatlichen chinesischen Cosco Shipping Holdings Co. am Donnerstag in Hongkong um bis zu 14 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt.

(Mitarbeit: Jon Emont und Yang Jie)

Kontakt zu den Autoren: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/uxd/sha

(END) Dow Jones Newswires

June 11, 2021 11:44 ET (15:44 GMT)

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