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EZB-Direktor - Notenbank darf nicht zu zögerlich auf Corona-Krise reagieren

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22.09.2020 | 14:59
Senior Deputy Governor of the Bank of Italy, Fabio Panetta is seen in his office ahead of his appointment to the European Central Bank's executive committee

Aus Sicht von EZB-Direktor Fabio Panetta sollte die Europäische Zentralbank angesichts der massiven wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie eher zu viel als zu wenig geldpolitische Hilfe leisten.

"Die Risiken einer geldpolitischen Überreaktion sind viel geringer als die Risiken, dass die Geldpolitik zu langsam oder zu zögerlich reagiert und das schlimmste Szenario Wirklichkeit wird", sagte Panetta am Dienstag. Geldpolitik und Fiskalpolitik müssten sich daher weiterhin ergänzen. Die Unterstützung für die Wirtschaft sei möglicherweise für lange Zeit erforderlich.

Zwar würden die seit März beschlossenen geldpolitischen Schritte die Konjunktur und auch die Inflation kräftig anschieben. Das seien bemerkenswerte Ergebnisse, sagte Panetta, der im sechsköpfigen Führungsteam unter anderem für das Ressort Internationale und Europäische Beziehungen zuständig ist. "Aber die Aussichten, mit denen wir konfrontiert sind, sind nichtsdestotrotz immer noch nicht befriedigend."

Sorgen bereitet Panetta wie auch anderen Spitzenvertretern der EZB der jüngste Kursanstieg des Euro. Dies habe zu einer unerwünschten Verschärfung der Finanzierungsbedingungen geführt, sagte er. Zudem sei durch den Kursanstieg einiges an geldpolitischer Lockerung wieder aufgehoben worden. Der Euro hat seit Mitte Mai zum Dollar um rund 9,5 Prozent aufgewertet. Am Montag hatte sich bereits EZB-Präsidentin Christine Lagarde zu dem Kursanstieg geäußert.


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