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Devisen: Euro holt etwas auf nach 20-Jahrestief zum Dollar - Franken zieht an

22.09.2022 | 21:01

NEW YORK (awp international) - Der Euro hat am Donnerstag im späten Handel in den USA die Verluste zum US-Dollar etwas eingegrenzt. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 0,9831 Dollar. In der Nacht zum Donnerstag war der Euro bis auf 0,9809 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit Ende 2002.

Der Franken hat sich im Anschluss an den Zinssschritt der SNB um 0,75 Prozentpunkte gegenüber beiden Leitwährungen massiv um jeweils rund anderthalb Rappen abgeschwächt. Nach einem Allzeittief bei 0,9465 des Euro in der Nacht rückte dieser rasch auf über 96 Rappen vor und wird derzeit bei anhaltend hoher Volatilität zu 0,9624 gehandelt. Das ist etwas weniger als am späten Nachmittag (0,9640 Franken). Der US-Dollar sank wieder unter die Grenze von 98 Rappen. Derzeit kostet der "Greenback" 0,9788 Franken nach 0,9818 Fr. wenige Stunden zuvor.

Belastet wurde der Euro zuletzt, wie auch viele andere Währungen, durch den starken Dollar. Die US-Währung profitiert zum einen von der straffen Geldpolitik der US-Notenbank Fed, die ihren Leitzins am Mittwochabend zum dritten Mal in Folge kräftig um 0,75 Prozentpunkte anhob. Hintergrund ist die sehr hohe Inflation. Zum anderen ist der Dollar wegen der zunehmend trüben geopolitischen Lage gefragt. Die Teilmobilmachung Russlands hatte die Anleger schon am Vortag in den sicheren Hafen Dollar und Franken getrieben.

"Da die Energielieferungen aus Russland bereits grösstenteils zum Erliegen gekommen sind, dürften die direkten Auswirkungen der erneuten Eskalation vorerst gering bleiben", kommentierte Expertin Esther Reichelt von der Commerzbank. "Die Wechselkursreaktionen haben jedoch gezeigt, dass die sich aus dem Ukraine-Krieg ergebenden Risiken keineswegs vollständig eingepreist sind." Europa ist im Gegensatz zu den USA deutlich abhängiger von russischer Energie.

Der Yen hat unterdessen nach einer Devisenmarktintervention zugelegt. Die japanische Regierung stemmt sich damit gegen die extrem schwache Landeswährung. Der Yen wird seit langem durch die Geldpolitik der japanischen Zentralbank belastet, die sich im Gegensatz zu vielen anderen Notenbanken nicht gegen die Inflation stemmt. Am Donnerstag wurde diese Politik nach der Zinssitzung der Zentralbank bestätigt. Der Yen legte nach der Intervention zu Dollar und Euro zu.

/bek/jha/jb


© AWP 2022
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