--Destatis bestätigt Ergebnis der Vorabschätzung wie erwartet

--Bruttowertschöpfung steigt um 0,3 Prozent

--BIP je Erwerbstätigenstunde sinkt um 0,8 Prozent

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Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat bestätigt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands im ersten Quartal wie vorab geschätzt wieder gestiegen ist, wobei Impulse vor allem von den Bauinvestitionen und dem Außenhandel kamen und die Produktivität sank. Laut Destatis-Mitteilung erhöhte sich das preisbereinigte BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent, nachdem es im vierten Quartal um 0,5 Prozent gesunken war. Das Niveau des Vorjahresquartals wurde kalenderbereinigt um 0,2 Prozent unterschritten. Das entsprach der Prognose der von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte.

Trotz nachlassender Inflation blieb eine Erholung der privaten Konsumausgaben im Berichtsquartal aus. Sie sanken um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, da unter anderem die Konsumausgaben für Nahrungsmittel und Bekleidung zurückgingen. Auch die staatlichen Konsumausgaben waren um 0,4 Prozent niedriger als im Vorquartal.

Dagegen wurde mehr investiert als im vierten Quartal 2023: Nach einer schwachen zweiten Jahreshälfte 2023 stiegen die Bauinvestitionen um 2,7 Prozent. In Ausrüstungen - also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge - wurde dagegen etwas weniger investiert (minus 0,2 Prozent). Insgesamt erhöhten sich die Bruttoanlageninvestitionen zum Jahresbeginn um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Auch vom Außenhandel kamen positive Impulse: Im Vergleich zum vierten Quartal 2023 wurden 1,1 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert. Die Importe wuchsen mit 0,6 Prozent weniger stark. Der Außenbeitrag war mit 0,3 Prozentpunkten positiv.

Auch entstehungsseitig kam das Wachstum im ersten Quartal auf Quartalssicht vor allem aus der Bauwirtschaft, deren Bruttowertschöpfung um 2,5 Prozent zunahm. Die Wertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes stieg lediglich um 0,2 Prozent. Wachstum verzeichneten außerdem die Sektoren "Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit" (plus 1,1 Prozent), die "Sonstigen Dienstleister" (plus 0,9 Prozent), das "Grundstücks- und Wohnungswesen" (plus 0,7 Prozent) sowie "Handel, Verkehr, Gastgewerbe" (plus 0,4 Prozent).

Die Bruttowertschöpfung insgesamt nahm um 0,3 Prozent zu. Die Produktivität der deutschen Wirtschaft sank: Das BIP je Erwerbstätigenstunde ging um 0,8 Prozent zurück. Je Erwerbstätigem erhöhte es sich um 0,1 Prozent.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/jhe

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May 24, 2024 03:16 ET (07:16 GMT)