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Deutsche Bank erntet weniger Kritik - Anleger fordern Dividende

27.05.2021 | 17:37
Chairman of the board Paul Achleitner attends the annual shareholder meeting of Deutsche Bank in Frankfurt

- von Patricia Uhlig und Tom Sims

Frankfurt (Reuters) - Komplimente von Aktionären und keine Proteste von Aktivisten - die diesjährige Hauptversammlung der Deutschen Bank ist anders verlaufen als sonst.

Großinvestoren wie Deka und Union Investment sowie Vertreter von Kleinanlegern überhäuften Vorstandschef Christian Sewing am Donnerstag mit Lob. Die Bank stehe viel besser da als vor einigen Jahren. Sie drängten deshalb auf ein Ende der Dividendenpause. Kritik gab es an den Bonus-Zahlungen, Mängeln bei der Geldwäsche-Kontrolle sowie der Wahl des Bilanzprüfers. Für Oberkontrolleur Paul Achleitner begann das letzte Jahr bei dem größten deutschen Geldhaus.

"Wir nehmen uns fest vor, dass wir im nächsten Jahr an dieser Stelle endlich wieder eine Dividende vorschlagen können", versprach Sewing den Aktionären bei der Hauptversammlung, die wegen der Corona-Pandemie erneut im Internet übertragen wurde. Ab 2022 wolle die Bank fünf Milliarden Euro an die Anleger ausschütten. Seit zwei Jahren erhielten sie keine Dividende mehr, in den Jahren davor waren es nur ein paar Cent. "Geizen Sie nicht bei der Dividende, Herr Sewing! Die Aktionäre wurden lange kurzgehalten", sagte Portfoliomanagerin Alexandra Annecke von der Fondsgesellschaft Union Investment.

Generell hält Annecke den eingeschlagenen Weg der Bank aber für richtig. "Wir sehen Licht am Ende des Tunnels." Lange habe die Deutsche Bank am Kapitalmarkt als angezählt gegolten, nun sei sie eine "Turnaround-Story". 2020 stand mit 113 Millionen Euro der erste Überschuss seit sieben Jahren zu Buche. Rechtsanwalt Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sagte, die intensivste Phase des Umbaus sei vorbei. "Schaut man sich die erreichten Meilensteine an, reiht sich eine Erfolgsmeldung an die andere." Das erste Quartal zeige, dass der Trend anhalte.

In den vergangenen Jahren hatten Investoren das jährliche Treffen zum Anlass genommen für eine scharfe Abrechnung mit dem Vorstand und Aufsichtsrat. Milliardenverluste mit riskanten Geschäften im Investmentbanking, falsche Personalentscheidungen und abstürzende Aktienkurse gab es im abgelaufenen Geschäftsjahr jedoch nicht. Die Aktie kostet zum ersten Mal seit drei Jahren mehr als zwölf Euro. Seit März 2020 hat sich der Kurs fast verdreifacht. Auch Aktivisten, die sonst zur Hauptversammlung protestiert hatten, hielten sich zurück. Beim Ordnungsamt wurde keine Aktion angemeldet, wie ein Behördensprecher sagte.

Allerdings war der Gewinn der Deutschen Bank im vergangenen Jahr zum weitaus größten Teil auf Zuwächse im Investmentbanking zurückzuführen, das auch bei anderen Instituten in Folge der Corona-Krise außergewöhnlich gut verlaufen ist. Manche Anleger sorgen sich, dass diese Erträge nicht nachhaltig sind.

NACHBESSERN BEI GELDWÄSCHE-KONTROLLEN

Deka-Portfoliomanager Andreas Thomae beschwerte sich über die gezahlten Boni in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Sie seien angesichts des erzielten Gewinns viel zu hoch und stünden im Missverhältnis zu den ausgefallenen Dividenden. Markus Kienle von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sieht die von der Finanzaufsicht BaFin ausgesprochene Rüge bezüglich mangelnder Geldwäsche-Kontrollen kritisch. "Die Systeme scheinen noch immer in einem bedenklichen Zustand zu sein." Die Bank müsse hier dringend nachlegen.

Für nicht tragbar halten einige Investoren die Bestellung von EY zum erneuten Abschlussprüfer. Die Prüfungsgesellschaft steht in der Kritik, die Bilanzmanipulationen bei Wirecard nicht früher aufgedeckt zu haben. Schon mehrere Konzerne haben EY deshalb den Rücken gekehrt. Für 2022 will die Deutsche Bank das Prüfmandat neu ausschreiben, wie Achleitner sagte.

NEUER CHEFKONTROLLEUR GESUCHT

Achleitner bekräftigte sein Ziel, nach der Hauptversammlung im Mai 2022 den Staffelstab zu übergeben. Bei der Suche nach einem Nachfolger ließ er sich aber nicht in die Karten blicken. Der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats werde zu gegebener Zeit einen geeigneten Kandidaten vorschlagen, sagte er nur.

Der Österreicher steht seit 2012 an der Spitze des Kontrollgremiums. Als potenzielle Nachfolger gelten die beiden Aufsichtsratsmitglieder Theodor Weimer, Vorstandschef der Deutschen Börse, sowie Norbert Winkeljohann, der derzeit das Kontrollgremium von Bayer leitet. Auch der ehemalige VW-Finanzvorstand Frank Witter gilt in Finanzkreisen als möglicher Kandidat für den Chefkontrolleur der Deutschen Bank. Witter soll neu in den Aufsichtsrat einziehen.


© Reuters 2021
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