Chinas Finanzministerium teilte am Sonntag mit, dass Regierungsstellen den Einkauf von Medizinprodukten aus der Europäischen Union einschränken, sofern deren Wert 45 Millionen Yuan (€6,3 Millionen) übersteigt. Dieser Schritt ist eine Reaktion auf die von Brüssel im vergangenen Monat verhängten Beschränkungen.

Die Spannungen zwischen Peking und Brüssel nehmen zu: Die Europäische Union hat Zölle auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge erhoben, während Peking wiederum Einfuhrzölle auf Branntwein aus der EU eingeführt hat.

Die Europäische Union hatte im vergangenen Monat angekündigt, chinesische Unternehmen von der Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen für Medizinprodukte im Wert von 60 Milliarden Euro (€70 Milliarden) oder mehr pro Jahr auszuschließen, nachdem sie zu dem Schluss gekommen war, dass europäische Firmen in China keinen fairen Zugang erhielten.

Die von der Europäischen Kommission verkündete Maßnahme war die erste im Rahmen des Internationalen Beschaffungsinstruments der EU, das 2022 in Kraft trat und für gegenseitigen Marktzugang sorgen soll.

Chinas Gegenmaßnahmen waren erwartet worden, nachdem das Handelsministerium Ende letzten Monats bereits "notwendige Schritte" gegen die EU angekündigt hatte.

"Bedauerlicherweise hat die EU trotz Chinas Wohlwollen und Aufrichtigkeit darauf bestanden, ihren eigenen Weg zu gehen, beschränkende Maßnahmen zu ergreifen und neue protektionistische Barrieren zu errichten", erklärte das Handelsministerium am Sonntag in einer separaten Stellungnahme.

"Deshalb bleibt China keine andere Wahl, als gleichwertige restriktive Maßnahmen zu ergreifen."

Das Büro der EU-Delegation in Peking reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

China wird außerdem den Import von Medizinprodukten aus anderen Ländern beschränken, sofern deren EU-Komponenten mehr als 50% des Vertragswertes ausmachen, teilte das Finanzministerium mit. Die Maßnahmen treten am Sonntag in Kraft.

Das Handelsministerium stellte klar, dass Produkte europäischer Unternehmen, die in China hergestellt werden, nicht betroffen sind.

Die zweit- und drittgrößten Volkswirtschaften der Welt werden im Juli zu einem Gipfeltreffen der Spitzenvertreter in China zusammenkommen.

Bereits am Freitag hatte China für fünf Jahre Zölle von bis zu 34,9% auf Branntwein aus der Europäischen Union verhängt, wobei es sich zum Großteil um Cognac aus Frankreich handelt. Die Maßnahme gilt als Reaktion auf die europäischen Zölle für chinesische Elektrofahrzeuge.

Die großen Cognac-Hersteller Pernod Ricard, LVMH und Remy Cointreau wurden jedoch von den Abgaben ausgenommen, sofern sie zu einem von China nicht offengelegten Mindestpreis verkaufen.

($1 = 7.1645 Chinesische Yuan Renminbi)